Jahrgang 
1904
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VII. Zur Geschichte der Anstalt.

Personalangelegenheiten.

1) Durch Allerhöchstes Dekret vom 20. März 1902 wurde Herr Reallehrer Holzamer auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1903 aus dem Schuldienst entlassen.

2) An seine Stelle trat Herr Schmitt), der durch Allerhöchstes Dekret vom 6. April 1903 zum Lehrer an unserer Anstalt mit Wirkung vom 1. April 1903 ernannt wurde.

3) Dementsprechend wurde Herr Schulverwalter Heineck, der Herrn Holzamer zuletzt vertreten hatte, mit Wirkung vom 1. April 1903 von hier abberufen.(Min. Verf. v. 31. 3. 03.)

4) Am 12. Februar beehrte Herr Geh. Oberschulrat Nodnagel die Anstalt mit seinem Besuche und wohnte in allen Klassen dem Unterricht bei.

5) Am 20. Mai nahm Herr Rabbiner Dr. Marx eine Prüfung der israelitischen Schüler in der Religion, am 26. Juni Herr Turninspektor Schmuck eine Besichtigung der turnerischen Leistungen aller Klassen vor.

6) Vom 31. März bis 8. April nahm Herr Professor Dr. Horn an einem vom Grossh. Ministerium veranstalteten naturwissenschaftlichen Fortbildungskurse für Oberlehrer an der Landes- universität teil.(Min.-Verf. v. 23. 1. 03).

7) Am 28. Januar hielt Herr Leutnant Giess für unsere Schüler in unserm Zeichensaale unter Vorzeigung zahlreicher interessanter Fundstücke einen Vortrag über die neuesten Entdeckungen in der Umgegend von Heppenheim aus prähistorischer Zeit und wies dabei auf die Bahnen hin, die die weitere Untersuchung nunmehr einzuschlagen hat.

2. Schulfeierlichkeiten.

Am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs veranstalteten wir den besonderen Verhältnissen entsprechend eine kurze ernste Feier, bei der Herr Pfarrer Guyot die Ansprache hielt; der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde in herkömmlicher Weise begangen: Herr Oberlehrer Rupp hielt die Festrede, nachdem vorher unter Leitung des Herrn Hornef und unter Mitwirkung des Herrn Schmitt, der die Klavierbegleitung übernommen hatte, Romberg'sGlocke zur Aufführung gebracht worden war.

Z. Abschlussprüfung.

Die diesjährige Abschlussprüfung wurde am 8. März unter dem Vorsitze des Herrn Geheimen Oberschulrats Nodnagel beendet. Von den 17 Untersekundanern, die sich gemeldet hatten, konnten alle für bestanden erklärt werden, 8 von ihnen unter vollständiger Befreiung von der mündlichen Prüfung.

4. Gesundheitliches.

Der Gesundheitszustand unserer Jugend war durchweg günstig. Zu seiner Förderung wurden regelmässig Schulausflüge unternommen und während der Eiszeit zweimal die Nachmittags- stunden dem Schlittschuhlaufen auf unserer prachtvollen Eisbahn gewidmet. Wegen zu grosser Hitze musste an sechs Tagen(29. Juni, 2., 3. Juli, 3., 4., 5. September) der Unterricht jedesmal von der letzten Vormittagsstunde ab ausgesetzt werden.

*) Johannes Schmitt, geb. zu Bechtheim(Kheinhessen) am 6. Okt. 1877, besuchte zunächst die Volksschule seines Heimatsortes, alsdann 2 Jahre die Präparandenanstalt zu Wöllstein und 3 Jahre das Lehrerseminar zu Alzey. Nachdem er am 18. März 1897 die Entlassungspräfung und am 8. Mai 18909 die Schlussprüfung bestanden, wirkte er der Reihe nach an der höheren Bürgerschule zu Babenhausen, an der Volksschule zu Arheilgen und die letzten 3 Jahre vor seiner Hierherberufung an der Gr. Oberrealschule zu Darmstadt.