Jahrgang 
1929
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Suchier von hier vor den Schülern der beiden Unterprimen und der Obersekunda über Organismus und Instanzenzug der Gerichte und beantwortete im Anschlub daran die von den Schülern mit regem Interesse gestellten Fragen.

Tageswanderungen fanden in den von den Ferien nicht betroffenen Monaten statt. Mit solchen Ausflügen wurden vielfach wertvolle Besichtungen verbunden. Diese beweg- ten sich auf geschichtlichem und künstlerischem wie auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Es kann hier des Raumes wegen nur Einzelnes herausgegriffen werden:

Das reichhalrige Römisch-Germanische Museum in Mainz, die Sehenswürdigkeiten Frankfurts, wie das Städel'sche Kunstinstitut, Senkenbergische naturwissenschaftliche Museum, der Dom, der Römer u. a., die romanische Kirche in Dietkirchen, die Schlösser von Weilburg, Stolzenfels, Braunfels und Molsberg, im Gelbachtal dasHaus der Jugend und die Kapelie in Kirchähr, die Schaumburg, das malerische Diez, unter fachkundi- ger Führung das Reichsbahn-Ausbesserungswerk zu Limburg Lahn in allen Einzelheiten (Werkschule, Schlosserei, die Betriebshallen mit ihren Heizungs Beleuchtungs- und Lüf- tungsanlage nach den modernsten Ercungenschaften der Technik); ferner die Gas- Elek- trizitäts- und Wasserwerke in Hadamar(von mehreren Klassen besichtigt), Kalk- und Marmorwerke, Basaltbrüche, Ton- uad Sandgruben, die Buchdruckerei des Pallotiner- Missionsklosters in Limburg Lahn(Buchdruck eingehend erläutert), die Missionsausstellung daselbst unter fachmännischer Führung(Vertiefung des erdkundlichen Unterrichts, beson- ders der Völkerkunde Afrikas). Die Wanderungen unserer Jüngsten(VI und V) hatten besonders den Zweck, die Schüler mit der Schönheit der engeren Heimat(das herrliche Lahntal mit seinen wechselnden Bildern, das waldige Daubachtalu. a) und mit dem Er- werbsleben ihrer Bewohner bekannt zu machen. Manche Gelegenheit wurde benutzt, um aus der Anschauung der Dinge heraus das Verständnis für die Karte zu entwickeln.

Es würde zu weit führen, manche kleinere, öfters wiederkehrende geistigen Anregun- gen hier einzeln aufzuführen.

Wir gedenken an dieser Stelle des allzu frühen Hinscheidens unseres lieben Schü- lers Ernst Schulte aus Hachenburg, der am 15. Juli 1929 ins bessere Jenseits abge- rufen wurde. Obwohl er nur ein Jahr Schüler unseres Gymnasiums war, hat er sich doch die Hochschätzung der Lehrer und die Liebe seiner Mitschüler errungen. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren.

S. Die wichtigsten Erlasse und Verfügungen.

Verfügung vom 16. 3. 29 Nr. 1421: Die Jugend ist vor Schmutz- und Schundschriften nach Möglichkeit zu hüten.

Verfügung vom 30. 3. 1929 Nr. 4812: Die Schulordnungen sind bis auf weiteres aufgehoben.(Vergl.An die Eltern*)

Ministerial-Erlaß vom 2 4 1929 Nr. UII Nr. 304 III weist darauf hin, daß sich die Schüler vor Unfällen beim Turnen u s. w. mehr in Acht nehmen müssen. Bei über großer JInanspruchnahme der Versicherungsanstalten würde der Versicherungsbeitrag erhöht werden.

Die Verfügung vom 12. 11. 1929 Nr. 13761 fordert, daß in den Schülern das Ver- ständnis für die Kolonien geweckt werde.

Verfügung vom 7. 1. 1930 NRr 14418 II: Die Schüler sind in Vorträgen oder dergl. über die Verkehrsordnungen zu belehren.(SieheGeschichte der Anstalt).