— 10—
und sangen nach der erforderlichen Vorarbeit ab und zu vereinigt. Außerdem wurden in der Stunde der Männerstimmen Männerchöre gesungen, z. B. der 23. Psalm von Schnbert. Auch in diese Stunden wurden Vorträge geeigneter Klavierwerke mit kurzen Erläuterungen eingeflochten, ferner Gesangsvorträge mit Klavierbegleitung, die den Schülern die Bekannt- schaft mit Kunstlied, Ballade u. Operngesang ver- mittelten.— Das Schulorchester übte einmal in der Woche. Es bestand außer dem Klavier aus Streich- orchester, Flöte und Klarinette.—
Die Nichtchorsänger übten in 2 Abteilungen (IV— OIII u. UII— 01) je eine Stunde alle zwei Wochen ihre musikalischen Fähigkeiten im Erſassen und Niederschreiben gegebener und gefundener Motive, wobei die Anfangsgründe der musikalischen Kenntnisse erlernt und eingeübt wurden. Daneben wurden einstimmige Lieder mit Klavierbegleitung gesungen, und durch Vorträge wie die bereits er- wähnten das musikalische Interesse und Verständnis der Schüler zu wecken versucht.
Der Musikunterricht erlitt im abgelaufenen Jahre starke Einbaße durch Austall der Stunden wegen der Bauarbeiten im Gymnasium. Doch war es möglich, noch gegen Ende des Jahres den 100. Todestag Schuberts in würdiger Weise zu feiern; auch die Entlassungsfeier der Abiturieuten konnte durch Chor und Orchester weihevoller gestaltet werden.
In dankenswerter Weise stellte der Herr Regens des Bischöfliehen Konvikts seinen vorzüglichen Schallplattenapparat für die Musikpflege des Gymna- siums zur Verfügung, so daß unsere Schüler nach voraufgegungener Belehrung in genußreichen Stun- den ein tieferes Verständnis für klassische Musik gewannen.
Turnen:
Bei 9 zu unterrichtenden Klassen bestanden 9 Tarn- und 4 Spielabteilungen. Außerdem wurde von den Zöglingen des Konvikts, des Studienheims und Schülern der Stadt täglich in verschiedenen Spielvereinigungen gespielt oder geturnt. Mehrere Schüler haben sich um das Reichs-Turn- und Sport- abzeichen beworben und noch eine oder zwei Be dingungen zu erfüllen.(Jos. Wagner, Allmang- Braun). Das Reichsjugendabzeicnen für Turn- u- Sport erhielt Palm aus UIII. K. Herz und Val. Jung, aus OII.(8 Schüler aus mittleren und oberen. Klassen haben die verlangten Uebungen größtenteils erfüllt.
Baden und Schwimmen:
Im Sommer badeten und schwammen unsere Schüler am Badeplatz des Gymnasiums an wöchent- lich 3 Nachmittagen.
Zeichnen:
Der Zeichenunterricht wurde im Anschluß an den durch die Richtlinien festgelegten Lchrplan erteilt. Im Sommerhalbjahr wurde der grõßte Teil der Zeichen-, Skizzier- und Malübungen im Freien vor- genommen, wozu altertümliche Gebäude, Kirchen, das Schloß und die alte Brücke den Stoff lieferten.
3. Bericht über die Lehrer.
a) Die Veränderrungen im Lehrkörper: Da im Berichtsjahre eine Teilung der beiden Primen nicht erforderlich war, schied zu Ostern 1928 Studienassesor Dr. Waldemar Fischer aus unserem Lehrkörper aus; er erhielt einen neuen Lehrauftrag am Städt. Reformrealgymnasium i. E. zu Diez. Studienassessor Richard Schmidt der seit dem Tode des Studienrats Remy dessen Stelle verwaltete, ging als Studienrat an die Städt. Stu- dienanstalt in Wiesbaden; leider verstarb er dort bereits im November 1928. Nachfol-
ger von Studienrat, Staatl. Wilhelms Gymnasium in Kassel
Remy wurde Studienrat Georg Eckardt, bisher Studienassessor am Die durch Umwandlung der planmäßigen As-
sessorenstelle geschaffene k. wW. Studienratsstelle wurde Studienassessor Karl Schmitt vom
Gymnasium in Limburg übertragen. Der Anfang Juli bis 25. Oktober vom Lehrerkollegium vertreten werden. 1929 tritt Oberschullehrer Josef Krekel nach
Direktor mußte wegen Erkrankung von
Am 1. April Erreichung der Altersgrenze in den Ru-
hestand, nachdem er über 40 Jahre segensreich an unserer Anstalt gewirkt hat.(Sie- he S. 17). Für seine dem Staate in langjähriger treuer Pflichterfüllung geleisteten Dien- ste wurde ihm der Dank und die Anerkennung der Staatsregierung durch das Provin-
zial-Schulkollegium in Kassel ausgesprochen.
Mit gleichem Termine wird Studienrat
Alois Wagner nach 8 ½ jähriger erfolgreicher hiesiger Tätigkeit auf seinen Wunsch an 1 ½—₰
das Staatl. Gymnasium in Fulda versetzt.
b) Ein Lehrerausschuß war für das abgelaufene Schuljahr nicht gewählt.


