Jahrgang 
1894
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Professor Dr. Vomberg 2 St. Geschichte, Oberlehrer Borzucki 7 St. Latein, Wo- gegen derselbe VI und V für das Lateinische vereinigte, und Gymn.-Elementar- lehrer Krekel 2 St. Erdkunde. Pfarrer Paul übernahm den 4stündigen Religi- onsunterricht in den 2 unteren Abtheilungen.

Am 19. Juli übernahm Dr. Clasen seinen Dienst wieder, während der Ober- lehrer Gundlach an diesem Tage an der Kreissynode in Runkel tcilnahm.

Am 14. August mittags begannen die 5wéchichen Ferien. Am letzten Ferientage wurde einer der neu angemeldeten Schüler geprüft. Am folgenden Tage, am 19. September, wurde der Unterricht für das Wintersemester er- ffnet. Derselbe wurde zunâchst der behördlichen Anordnung gemäss von 8¹½ 12 ½ und von 2 ½ 4 ½ Uhr abgehalten.

Vom 22. 26. Sept. wurden die Lehrstunden des Oberlehrers Dr. Clasen teils durch Vertretung teils durch Kombination ersetzt, weil derselbe wegen cholera- verdächtiger Erbrankungen und Todesfalls in seiner Familie auf Anordnung des des Kreisphysikus interniert war.

Mit dem 1. Oktober wurde Professor Schenck unter Anerkennung seiner langjährigen erfolgreichen Wirksamkeit wie früher am Weiburger, so auch am hiesigen Gymnasium auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt. Zugleich wur- de ihm anlässlich seines Ausscheidens aus dem Amte von S. Majestät dem Kaiser und König der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Die Dekoration wurde ihm am 5. ej. in Gegenwart sämtlicher Lehrer von dem Direktor behändigt.

Am 6. Okt. traf vom K. Prov.-Schulkollegium die vorläufige-Draht-Benach- richtigung ein, dass der Herr Minister den Oberlehrer Dr. Clasen an das Gym- nasium zu Glückstadt und den Professor Dr. Richter daselbst an die hiesige Anstalt versetzt habe. Die betreffenden Verfügungen gingen am 13. Okt. ein. Dr. Clasen setzte seinen Unterricht bis zum 16. OKktober fort, da an der Glück- stadter Anstalt die Herbstferien noch nicht zu Ende waren, am folgenden Tage aber wurden seine Lektionen anderweit ersetzt. Am 18. Okt. trat der Professor Dr. Richter seinen Dienst an. Er wurde um 11 Uhr, vor Beginn der Gedächt- nisfeier für den verewigten Kaiser Friedrich, von dem Direktor eingeführt, der zugleich den ausgetretenen Lehrern ein Abschiedswort widmete. Denselben folgt der Dank ihrer Schuler und die Segenswünsche der Amtsgenossen.

Der Prof. Dr. Richter übernahm bereitwillig die Lektionen des versetzten Oberlehrers bis auf die erdkundlichen Lehrstunden in IV, durch welche die Maxi- malstundenzahl bei ihm überschritten wäre. Diesen Unterricht in IV übernahm der Professor Dr. Braun.

*) Professor Dr. Ernst Richter, geb. am 3. Juni 1817 zu Schloss Pretzsch bei Wittenberg(Prov. Sach- sen), besuchte von O. 1861 bis dahin 1866 das Gymnasium su Wittenberg und studierte dann bis H. 1869 Philologie in Halle. In demselben Herbst trat er am Reulg. zu Crefeld das Probejahr an und bestand im Jan. 1870 die Prüfung pro fac. doc. Nach Beendigung des Probejahres war er an dem genannten Realg. noch bis O. 1871 als wissensch. Hilfslehrer thätig. Alsdann war er bis O0. 1876 ordentl. Lehrer am Realprog. zu Eislehen und wirkte weiterhin als Gymnasiallehrer bezw. als Oberlehrer und als Pro-

fessor bis O. 1880 in Flensburg, bis O. 1889 in Rendsburg und bis II. 18,)3 in Glückstadt. Jm Okt. v. J. wurde er an das hiesige Gymnasium versetzt.