Jahrgang 
1910
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1. Schulnachrichten.

Das Schuljahr 1900/10 begann Montag, den 19. April. Für Klasse Xa der Höheren Mädchenschule wurden 30, für 8b der Erweiterten Mädchenschule 58 Schülerinnen angemeldet. Die Höhere Mädchenschule(Xala) hatte einen Anfangsbestand von 419; während des Schuljahres traten 14 ein, 21 aus, mithin verblieben am Schlusse 412. Der Anfangsbestand der Erweiterten Mädchenschule(8b 1b) war 337; im Laufe des Schuljahres traten 11 ein, 13 aus, sodass der Schlussbestand 335 betrug. Im Höõchst- bestand*)(780) ist die Schule gegen das Vorjahr(751) um 29 gewachsen. Die Verteilung der Schülerinnen auf die einzelnen Klassen nach ihrer Konfession und Herkunft siche Seite 7 u. 8.

Der Bestand unseres Kollegiums erlitt im verflossenen Schuljahr mancherlei Ver- änderungen. Durch Dekret vom I. April 1900 wurde Herr Schulverwalter Appel, der seit Ostern 1907 an unserer Anstalt tätig ist, mit Wirkung vom 19. April 1909 zum Reallehrer ernannt. Nlit Beginn des Schuljahres trat ausserdem Fräulein Feder von der Schillerschule zu Friedberg in das Kollegium ein, und gegen Schluss des Schuljahres, am 15. Februar, erhielt Herr Schulverwalter Wagner, der seit Ostern 1908 an der Schule wirkt, seine Anstellung als Reallehrer.

Richard Appel, geboren am 27. Marz 1883 in Wölfersheim, Kreis Friedberg, besuchte von 1900 1903 das Seminar zu Friedberg. Nach vierjähriger Verwendung in Altenstadt, Kreis Büdingen, wurde er im April 1907 an die Hôhere und Erweiterte Mädchenschule in Giessen versetzt.

Martha Feder, geboren den 7. September 1882 zu Eupen im Rheinland, besuchte von 1891 1895 die hohere Privatmädchenschule daselbst, verzog 1895 nach Giessen und war hier bis Ostern 1898 Schülerin der höheren Maädchenschule. Nach dreijährigem Besuch des Lehrerinnen- seminars zu Darmstadt bestand sie Ostern 1901 die Prüfung für das Lehramt an höheren Mädchen-

schulen. Von 19021903 hielt sie sich in Chatou bei Paris auf. Von 1903 1905 bekleidete sie eine

Stelle als Lehrerin an der höheren privatmädchenschule in Quakenbrück, Provinz Hannover. Ostern 1905 kam sie als Schulverwalterin an die Schillerschule zu Friedberg, wurde am 7. September 1906 zur Lehrerin an der Schillerschule ernannt uud blieb dort bis zu ihrer Versetzung nach Giessen Ostern 1900.

Gustav Wagner, geboren am 9. Februar 1871 zu Bönstadt im Kreise Friedberg, fand auf Grund seines Maturitätszeugnisses im Januar 1901 an der höheren Bürgerschule zu Grünberg seine erste Verwendung. Im Oktober 1905 wurde er als Schulverwalter an die Volksschule nach Klein. Linden versetzt, von wo er Ostern 1908 als Verwalter einer Lehrerstelle an unsere Schule kam.

Fräulein Maria Birnbaum, die schon seit Neujahr 1900 wegen schwerer Krankheit ausser Dienst war, musste um Verlängerung ihres Urlaubs nachsuchen. Sie wurde bis Pfingsten von Fräulein Adolph und vom 7. Juni an bis zu den grossen Ferien von Präulein Chelius vertreten. Aber auch mit Beginn des Winterhalbjahres konnte Fräulein Birnbaum den Unterricht noch nicht übernchmen, und Fräulein Petscher aus Wiesbaden wurde mit ihrer Vertretung beauſtragt.

Der Reallchrer Ubel, der kaum ein jahr an unserer Anstalt wirkte, wurde mit Schluss des Schuljahres 1908/00 auf sein Nachsuchen aus dem Schuldienste entlassen. Seine Stelle wird seit dem 7. Mai von Frl. Weber verwaltet.

*) 1 Schülerin ist aus der Hôheren in die Erweiterte Schule übergetreten.