Jahrgang 
1909
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Schulnachrichten.

Zu den Schulnachrichten des Vorjahres ist nachträglich zu bemerken, dass Fräulein Maria Birnbaum in den Osterferien 1908 auf städtische Kosten an einem Turnkursus in Darmstadt teilnahm.

Das Schuljahr 1908/9 begann Montag, den 27. April. Die Höhere Mädchenschule umfasste 15 Klassen, gegen 13 im Vorjahr; die Erweiterte Mädchenschule 10, gegen 9 im Vorjahr. Die Höhere Mädchenschule(NXa la) hatte einen Anfangsbestand von 412; während des Schuljahres traten 19 cin, 36 aus, sodass ein Schlussbestand von 305 verblieb. Der Anfangsbestand der Erweiterten Mädchenschule war 318; im Lauſe des Schuljahres traten 4 ein(darunter 2 aus der Höheren Mädchenschule), 8 aus, mithin verblieben am Schlusse 314. Im Höchstbestand(751) ist die Schule gegen das Vorjahr(730) um 12 gewachsen. Die Verteilung der Schülerinnen auf die einzelnen Klassen nach ihrer Kon- ſession und Herkunft siehe Seite 7.

Der Bestand unseres Kollegiums erlitt im verflossenen Jahr mancherlei Verände- rungen. Die Stelle des im Sommer 1907 verstorbenen Lehrers Lehr wurde mit Beginn des Schuljahrs 1908/9 Herrn Ubel übertragen.

Wilhelm Ubel, geboren am 26. Dezember 1870 in NussdorfLandau, bayrische Rheinpfalz, besuchte von 18961808 das Seminar in Kaiserslautern. Nach vierjähriger Verwendung in Bayern trat er 1902 in den hessischen Schuldienst uber und wurde im Mai 1908 aus Fürstengrund im Kreise Erbach an die Höhere und Erweiterte Mädchenschule in Giessen versetzt.

Die oben erwähnte Vermehrung der Klassen bedingte auch eine Vermehrung der Lehrkräfte. Vom Beginn des neuen Schuljahrs traten zu unserem Kollegium noch hinzu: Lehramtsassessor Dörsam, Schulverwalter Wagner und die Schulverwalterin H. Velke. Leider war der Stamm des Kollegiums nicht vollzählig, denn Fräulein Welcker, die, Ende November 1907 erkrankt, bis zum Ende des Schuljahres 1907/8 beurlaubt war, konnte zu Beginn des Schuljahrs 1908/9 ihren Dienst noch nicht wieder aufnehmen und wurde weiterhin bis zu Beginn der grossen Ferien beurlaubt. Im September 1908 nahm sie ihren Unterricht wieder auf, aber Ende Januar 1909 war sie wieder ausser Stande, ihn fortzuführen und musste abermals, zunächst bis Ostern, beurlaubt werden. Von November 1907 bis zum August 1908 wurde sie von der Schulverwalterin Klara Grebert, von Ende Januar 1900 bis zum 4. März vom Kollegium vertreten; seitdem versieht die Schul- verwalterin M. RNossler ihre Stelle.

Unsere stille Freude, dass das Neujahr 1908 ein vollzähliges Kollegium bei uns finden würde, war verfrüht. In den Weihnachtsferien erkrankte Fräulein M. Birnbaum und war bis zum Schluss des Schuljahrs dienstunfähig. Sie wurde vertreten von der Schulverwalterin A. Adolph, die uns bercits zweimal in diesem Schuljahr ausgeholfen hatte; zum erstenmal im Sommer, als Fräulein Albrecht krankheitshalber für vier Wochen beurlaubt war, zum zweitenmal im Herbst, als Fräulein M. Birnbaum an einem Turnkursus in Darmstadt teilnanm. Besonders für diese letztere uncigennützige Aushilfe sci Fräulein