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So ist z. B. in dem reizenden Liede„Waldvögeleins Bitte ¹)“ der plötzliche Eintritt des%¼ Taktes von ganz wunderbarer Wirkung. Kann man sich die sehnsüchtige Bitte:„Stand auf, herzlieb und lass mich ein“ eindringlicher und inniger ausgerufen denken als hier? Nur das Volkslied bringt mit seinen schlichten Mitteln solch tiefe Eindrücke hervor!
Diese Einfachheit und Natürlichkeit der Melodie neben der Reinheit und Lauterkeit des Textes sind es denn auch, die uns heute noch nach Jahrhunderten bewundernd auf- schauen lassen zu dieser edelsten Blüte, die je das deutsche Volksgemüt getrieben hat. Mag Vieles von dem, was einst unseren Vätern als unantastbar, heilig galt, unserem ver- änderten, nach adäquatem Ausdruck verlangenden Volks- bewusstsein veraltet scheinen: Anderes wirkt heute noch so unwiderstehlich wie früher. Ja, wer sich noch einen Rest von natürlichem, kindlichem Empfinden gewahrt hat, der muss seine Freude haben an diesen Erzeugnissen eines kräftigen, unverbildeten Menschenschlags! Man hebe nur die Perlen aus der Tiefe des Meeres„Vergessenheit“, man lerne ihren Wert verstehen und man wird sie lieben!
¹) Musik-Beilage No. 36.


