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Der Anfangsbestand zeigte in den 10 Klassen der höheren Mädchenschule—X 306 Schülerinnen gegen 297 des Vor- jahres, in den 8 Klassen der erweiterten Schule 1 b— 8 b 244 gegen 238 des Vorjahres, zusammen 550 gegen 535, es traten im Laufe des Schuljahres 22 Schülerinnen ein, 32 aus, sodals die höhere Mädchenschule einen Schlulsbestand von 299(gegen 294 d. V.), die erweiterte einen solchen von 241 (gegen 238 d. V.) aufweist. Die oberste Klasse der höheren Mädchenschule war von 9 Schülerinnen besucht. Der Durch- schnittbestand der Klassen war 30. vgl. Seite 16.
Der Bestand des Lehrerkollegiums weist keine Ver- änderungen gegen das Vorjahr auf. Am 27. Juni beging Fräulein Hanstein festlich den Tag, an dem sie vor 25 Jahren als Lehrerin an unserer Schule eingetreten. Derselbe ge- staltete sich für diese hochverdiente Kollegin zu einem wahren Festtage. Nicht allein ihre jetzigen Schülerinnen und das Lehrer- kollegium nahmen herzlichen Anteil, sondern auch von früheren Schülerinnen waren Glückwünsche und Blumen- spenden eingetroffen, die der hochverdienten Lehrerin Beweise der Liebe und Dankbarkeit brachten. Von seiten des Stadtvorstandes war ein ehrendes Beglückwünschungsschreiben eingelaufen, und das Kollegium feierte den Tag durch einen gemeinsamen Ausflug auf den Schiffenberg. Fräulein Hanstein war vom 16. August bis 1. Oktober 1892 nach England be- urlaubt und verbrachte diese Zeit in London.
Durch Dekret vom 8. Oktober 1892 wurde der bisher provisorisch angestellte Lehrer Herr Leopold Geller zum Lehrer an der höheren und erweiterten Mädchenschule ernannt.
Am 23. Mai beteiligte sich das Lehrerkollegium sowie die evangelischen Schülerinnen der Klassen I-IX, 1 b— 2 b an der erhebenden Feier der feierlichen Grundsteinlegung der neuen evangelischen Kirche an der Südanlage.
Am 23. Juli fand eine Prüfung der katholischen Schülerinnen durch den hochwürdigen Herrn Bischof von Mainz statt.


