Jahrgang 
1892
Einzelbild herunterladen

7

den Unterricht aussetzen. Leider brachte ihm der bewilligte längere Urlaub nicht die ersehnte Besserung, sodaſs er sich genötigt sah, im Oktober um Versetzung in den Ruhestand nachzusuchen. Dieselbe wurde ihm gewährt, und in Aner- kennung seiner langjährigen mit Eifer und Treue geleisteten Dienste wurde ihm von Sr. Kgl. Hoheit dem Groſsherzog das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Grofsmütigen verliehen. Das Lehrerkollegium überreichte Herrn Felsing zum Andenken eine Kaiserbüste. Herr Felsing war seit September 1861 an der höheren Mädchenschule Lehrer. Am 19. Mai 1863 wurde er hier definitiv angestellt. Ihm war es vergönnt, 30 Jahre lang ein treuer, allezeit milder und freundlicher Berater unserer Jugend zu sein, und wir wünschen, die Tage der wohlverdienten Ruhe mögen seine Gesundheit wieder herstellen, und ihm ein heiterer Lebensabend nach seiner langjährigen, mühevollen Arbeit beschieden sein.

Für ihn übernahm Herr Schulverwalter Karl Ost, seither

an der höheren Mädchenschule zu Offenbach, zunächst die Klasse VII am 29. April.,

Für den schon im Herbst 1890 erkrankten Herrn Lehrer Mayer trat am 27. April 1891 Herr Joseph Marx ein und erteilt nun den israelitischen Religionsunterricht.

Ein jäher unerwarteter Verlust traf die Schule am 7. Juni 1891.

Noch am 10. Mai hatte Herr Heinrich Schmidt mit dem Unterzeichneten eine frühere liebe Schülerin der erweiterten Schule, Julie Malkomesius, die krankheitshalber hatte abge- meldet werden müssen und ihrem schweren Leiden am 8. Mai erlegen war, zur letzten Ruhe geleitet. Jäh und unerwartet traf ihn der Tod, in der Ausübung seines Dienstes, während er einen Choral bei dem Gottesdienste für die Gefangenen spielte, am 7. Juni 1891.

Herr Schmidt wurde zu Gieſsen am 17. Januar 1825 geboren. Er besuchte zunächst die Schule des Herrn Römer und bereitete sich später auf dem Schullehrerseminar in Friedberg für seinen Beruf vor.