V. Zur Seſchichte der Anſtalt.
1. Das Schuljahr 1931/32 dauert von Montag den 20. April 1931 bis Samstag den 19. März 1932.
2. Die Schülerzahl betrug am Ende des vorigen Schuljahres 319. Nach beſtandener Reife⸗ prüfung verließen uns aus der Oberprima 33 Abiturienten, außerdem noch 40 Angehörige der übrigen Klaſſen, im ganzen demnach 73 Schüler. Zu den zurückgebliebenen 246 traten zu Beginn des Schul⸗ jahres 52 und im Laufe des Jahres noch 10 hinzu. Die Geſamtzahl belief ſich demnach auf 308. Während des Schuljahres erfolgten 24 Austritte, ſodaß wir das Schuljahr mit 284 Schülern beenden. Oſtern 1931 kamen 32 Sertaner des erſten geburtenarmen Nachkriegsjahres 1920/21 zu uns, darunter 1 mit dreijährigem»Grundſchulbeſuch.
3. Neben dem lehrplanmäßigen, für alle Schüler verbindlichen Unterricht war an wahlfreiem Unterricht eingerichtet: 1. Kurzſchrift in IIla, IIb und Ila; 2. Latein je 3 Stunden in Ilb— la; 3. biologiſche Uebungen in Ib; 4. chemiſche und phuſikaliſche Uebungen in Ila.
4. Lehrerkollegium. Zu Beginn des Schuljahres tauſchten die Studienräte Heinrich Schott an der Oberrealſchule Grünberg und Chriſtian Rauſch an der Oberrealſchule Heppenheim ihre Dienſtſtellen. Studienrat Junker mußte infolge nervöſer Erſchöpfung am 24.§. 1931 ſeine unter⸗ richtliche Tätigkeit aufgeben; auf ſeinen Antrag wurde er mit Wirkung vom 1. 2. 1932 in den Ruheſtand verſetzt. Mit dem Dank für ſeine erſprießliche Arbeit verbindet die ganze Schule den Wunſch auf baldige Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit. Seinen Dienſt verſieht ſeit 7. 9. 31 die Uſſeſſorin Dr. Helene Döll aus Alsfeld. Am 16. 10. 1931 wurden uns Studienreferendar Rudolf Römer aus Grünberg zur Ableiſtung des Probejahres und Studienaſſeſſor Dr. Georg Mager aus Grünberg zur freiwilligen Beſchäftigung überwieſen. Studienrat Dr. Karl Heil mußte wegen ernſter Gallenblaſenerkrankung vom 16. 11. 1931 bis 15. 2. 1932 ausſetzen. Mit der Vertretung wurden die Studienaſſeſſoren Dr. Erich Menges aus Gießen und Dr. Heinrich Rothleg aus Alsfeld beauftragt. Herr Menges blieb nach dem 15. 2. 1932 zur freiwilligen Beſchäftigung weiter an der Schule. Reallehrer Otto Müller⸗Ahlheim war vom 22. 12. 1931 bis 20. 2. 1932 an Nieren⸗ beckenentzündung erkrankt; ſeine Vertretung übernahmen die Amtsgenoſſen. Nach der Reifeprüfung wurde Studienaſſeſſor Ludwig Schneider mit Wirkung vom 16. 2. 1932 an die Realſchule Neu⸗ Iſenburg verſetzt.
5. Schulfeierlichkeiten und andere Veranſtaltungen.
24. 6.1931: Jugendfeſt; Anſprache des Studienrats Ploch.
27. 6.1931: Direktor Dr. Treut: das Deutſchtum in Amerika.
4. 7.1931: Dr. Lotz: Irland, das Land von Feuer und Eis; mit Lichtbildern.
22.§. 1931: Verfaſſungsfeier; Anſprache des Studienaſſeſſors Beck.
8. 9. 1931: In den einzelnen Klaſſen wurde der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Wilhelm Raabe gedacht..
22. 9. 1931: Darbietungen einer Tiroler Volkskunſtgruppe.
26. 10.1931: Beſuch der Ausſtellung des Obſt⸗ und Gartenbauvereins Grünberg.
3. 11.1931: Film: Mit dem Silberkondor des Fliegers v. Tſingtau, Günther Plüſchow, über Feuerland.
19.11.1931: Berufskundliche Unterrichtsſtunde für die Jungen der Primen und für die Mädchen von Ilb bis la.
21. 11.1931: Totengedenkfeier; Anſprache des Primaners Langerfeldt(Dr. Heil).
§. 2. 1932: Entlaſſungsfeier für die Abiturienten; Anſprache des Direktors, des Unterprimaners Paul Görg und des Abiturienten Hansjörg Imhof.
Für den 13. 3. 1932 planen wir noch eine Schuljahrſchlußfeier mit Darbietungen unſerer Schüler
in Eedichtvortrag, Muſik, Theater und Turnſpiel.
6. V. D. A.⸗Schulgruppe. Zu Beginn des Schuljahres legte Herr Studienrat Segbold die Leitung der Schulgruppe nieder, da er ſich ſtark überlaſtet fühlte. An ſeine Stelle trat Herr Studien⸗ aſſeſſor Beck. Infolge des Rückganges der Geſamtſchülerzahl hat ſich auch die Mitgliederzahl der Schulgruppe etwas vermindert: ſie betrug im Durchſchnitt 220. Gegen einen monatlichen Beitrag von 10 Pfg. erhält jedes Mitglied die V. D. A.⸗ZBeitſchrift„Jung⸗Roland“, einige beziehen gegen weitere 5 Pfg. die„Jung⸗Roland⸗Rätſel“. Seit Dezember 1931 wird außerdem koſtenlos die Zeit⸗ ſchrift des Landesverbandes Heſſen„Volk und Heimat“ geliefert. Um eine der weſentlichen Auf⸗
aben des V. D. A. zu erfüllen, nämlich in dem heranwachſenden Geſchlecht Verſtändnis zu wecken ſur die mannigfachen Probleme des deutſchen Volkstums, hat der Schulgruppenleiter im November 1931 eine V. D. A.⸗Leſegemeinſchaft ins Leben gerufen. Mit einer kleinen, aber abeitsfreudigen Schar älterer Schüler und Schülerinnen behandelte er in dieſen Leſeſtunden das tiefſchürfende Buch von Paul Rohrbach:„Der deutſche Gedanke in der Welt“, das den nationalen Weſensgehalt des Deutſchtums und ſeine Beziehungen zu dem geſamten Weltgeſchehen darſtellt.— Am 27. Juni hielt Herr Direktor Dr. Treut einen feſſelnden Vortrag, der wertvolle Aufſchlüſſe über das Deutſch⸗ tum in Amerika in der Kriegs⸗ und Nachkriegszeit gab.— Am 22. September erfreute uns die
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