Jahrgang 
1907
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Stelle tritt durch Dekret desſelben Tages der ſeitherige Oberlehrer Profeſſor Chriſtian Göckel¹) vom Großh. Gymnaſium zu Worms.

1. April. Oberlehrer Karl Rothermel verläßt nach fünfundeinhalbjähriger, erfolg⸗ reicher Tätigkeit Groß⸗Umſtadt, um, Allerhöchſter Entſcheidung zufolge, eine Oberlehrerſtelle an der Ober⸗Realſchule zu Darmſtadt zu übernehmen.

Zu gleicher Zeit tritt der Oberlehrer Auguſt Nungeſſer²) von der Realſchule zu Alsfeld in das hieſige Kollegium ein.

1. April. Lehramtsaſſeſſor Ludwig Schäfer) wird durch Allerhöchſtes Dekret zum Oberlehrer an unſerer Anſtalt ernannt.

16. April. Lehramtsaſſeſſor Karl Unverzagt wird an die Realſchule zu Alsfeld ver⸗ ſekt. Als Erſatz wird Herr Lehramtsaſſeſſor Horſt unſerem Lehrkörper zu⸗ geteilt.

1. Mai. Oberlehrer Schäfer übernimmt die Verwaltung der Stelle eines Lehrers und des Leiters der höheren Bürgerſchule zu Ober⸗Ingelheim.

1. Mai. Lehramtsreferendar Alex. Binzel wird in den Dienſt eingewieſen.

7. Mai. Lehramtsreferendar Kohlbacher wird zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungs⸗

dienſtes an unſerer Anſtalt zugelaſſen, er verläßt uns aber wieder am 30. Juni, um die Verwaltung einer Lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule zu Schotten zu übernehmen.

27. Oktober. Durch Allerhöchſtes Dekret wird der Lehramtsaſſeſſor Ludwig Horſt*) zum Oberlehrer an unſerer Anſtalt ernannt.

2. Der Unterricht. Das Schuljahr begann am 23. April mit der Prüfung der angemeldeten Schüler. Am 11. Juni beehrte Herr Geheimerat Dr. Eiſenhuth die Anſtalt mit ſeinem Beſuch und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei. Herr Rabbiner Dr. Marx aus Darmſtadt nahm am 11. März 1907 eine Religionsprüfung der israelitiſchen Schüler vor. Die üblichen Spaziergänge in die Umgebung wurden am 14. Mai, 12. September, 25. Oktober, 18. Dezember, 7. März ausgeführt. Außerdem fiel, um den Beſuch der Eisbahn zu ermöglichen, der Nachmittagsunterricht am 21. Dezember, 24 Januar, 1. Februar aus. Der Tagesausflug fand am 22. Juni ſtatt. Herr Prof. Michel fuhr mit der Ober⸗Sekunda nach König; über Hainhaus, Bremhof ging es zu Fuß nach Klein⸗ Heubach. Nach kurzer Raſt ſetzte man über den Main nach Groß⸗Heubach über, beſtieg

¹) Chriſtian Göckel, geboren zu Dietzenbach, beſuchte die Volksſchule ſeines Heimatorts, trat Herbſt 1874 in die Realſchule I. Ordnung zu Darmſtadt ein, wo er 1880 die Reifeprüfung beſtand. Er widmete ſich hierauf auf der Landes⸗ univerſität Gießen dem Studium der Mathematik, Phyſik und Chemie und legte im Juli 1884 die Staatsprüfung ab. Nach kurzem Vorbereitungsdienſt in Darmſtadt wurde er 2 Jahre am Gymnaſtum zu Mainz und nach Erfüllung ſeiner Militär⸗ pflicht ein halbes Jahr als Leiter der erweiterten Volksſchule zu Beerfelden i. O. verwendet. Von Oſtern 1888 ab war er als proviſ. Gymnaſiallehrer zuerſt in Mainz und dann in Worms tätig und wurde am 1. Juni 1889 als Lehrer an dem Gymnaſium und der Realſchule zu Worms definitiv angeſtellt. Bei der Trennung der beiden letzten Anſtalten am 16. November 1905 wurde er dem Gymnaſtum zugeteilt.

2) Auguſt Nungeſſer wurde am 28. Juli 1876 zu Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, geboren, beſuchte zuerſt die Volksſchule zu Eberſtadt und vom 10. Lebensjahre an das Realgymnaſium zu Darmſtadt, das er Oſtern 1895 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Seinen Studien in Engliſch, Franzöſiſch, Deutſch und Geſchichte lag er an der Univerſität Gießen ob und beſtand Herbſt 1899 das Staatsexamen. Den Akzeß begann er am 9. Oktober 1899 am Realgymnaſium zu Darmſtadt, am 1. Oktober 1901 wurde er zum Lehramtsaſſeſſor und am 1. April 1904 zum Oberlehrer an der Real⸗ ſchule zu Alsfeld ernannt. Seiner Militärpflicht genügte er vom 1. April 1902 bis 1. April 1903.

³) Johann Ludwig Schäfer, geboren am 8. Juni 1872 zu Finthen bei Mainz, trat 1885 in das Gymnaſium zu Mainz ein und verließ es Oſtern 1893 mit dem Reifezeugnis. In Gießen und Straßburg ſtudierte er klaſſiſche Philo⸗ logie, war von Herbſt 1897 bis Herbſt 1899 Hauslehrer, genügte vom 1. Oktober 1899 bis 1900 ſeiner Militärpflicht und beſtand im Juli 1902 die Fakultätsprüfung zu Gießen. Seinen Akzeß begann er Herbſt 1902 am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt, war von Oſtern 1903 ab vorübergehend an dem Oſtergymnaſium, dem Realgymnaſium und der Ober⸗Real⸗ ſchule zu Mainz, dem Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt und dem Gymnaſium und der Ober⸗Realſchule zu Worms tätig. Am 1. Oktober 1904 erfolgte die Ernennung zum Lehramtsaſſeſſor. Am 1. November 1904 wurde ihm die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt übertragen.

) Ludwig Horſt wurde am 1. September 1877 zu Ober⸗Beerbach, Kreis Bensheim, geboren. Nach 5 jährigem Beſuch der Volksſchule trat er Herbſt 1889 in das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium in Darmſtadt ein, das er Herbſt 1896 mit dem Reifezeugnis verließ. Er ſtudierte zu München, Straßburg, Genf und Gießen Geſchichte, Franzöſiſch und Engliſch und legte Fruͤhjahr 1902 das Staatsexamen ab. Von Oſtern 1902 bis 1903 gehörte er dem pädagogiſchen Seminar am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt an, wurde dann mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Realſchule und dem Pro⸗ gymnaſium zu Alzey beauftragt und am 1. Oktober 1904 zum Lehramtsaſſeſſor ernannt. Am 16. April 1906 wurde ihm die proviſ. Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt übertragen.