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Arbeitsluſt des Direktors zur Entwickelung der ihm anvertrauten Schulen thun konnten, geſchah; nie werden die Kollegen und die Anſtalten die reiche Thätigkeit des langjährigen Direktors vergeſſen.
Im November ſchied von uns Herr Pfarrer H. Biegler, um eine Pfarrſtelle in Alsbach zu übernehmen. Dreizehn Jahre lang iſt er als Religionslehrer bei uns thätig geweſen. Mit nimmerraſtendem Eifer, mit herzlicher Liebe zu der Jugend ſtand er im Dienſte des Evangeliums und der chriſtlichen Lehr⸗ aufgabe, ein Band treuer Freundſchaft verknüpfte ihn mit dem Kollegium. Seiner Thätigkeit widmen wir hier gern dankbare Worte der Anerkennung.
Seit Dezember gibt Herr Pfarrer W. Briegleb“) den evangeliſchen Religionsunterricht.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 1. Juli wurde Herr Lehramts⸗Aſſeſſor Dr. W. Schottler¹) zum Großherzoglichen Reallehrer an unſerer Anſtalt ernannt.
Ein Allerhöchſtes Dekret vom 15. November verlieh den Herrn Kollegen G. Taſché und H. Engelmann den Charakter als Profeſſor.
Schulfeiern hielten wir ab: 1 am 25. November 1899, zum Geburtstage Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs
und der Großherzogin. Die Feſtrede hielt Herr Reallehrer Dr. Büttner. am 6. Januar 1900, zur Feier der Jahrhundertwende. Die Feſtrede hielt der Direktor. am 27. Januar 1900, zum Geburtstage Sr. Majeſtät unſeres Kaiſers. Die Feſtrede hielt Herr Reallehrer Todt. Der Geſundheitszuſtand war bei den Lehrern und Schülern gut.
³) Wilhelm Briegleb, geboren am 11. März 1864 zu Hohen⸗Sülzen, im Kreis Worms, beſuchte die Volksſchule und von Oſtern 1875 bis Frühjahr 1883 das Gymnaſium zu Worms. Vom 1. April 1883 bis 1. April 1884 diente er als Einjährig⸗Freiwilliger in Leipzig. An der dortigen Univerſität war er für dieſelbe Zeit als Student der Theologie eingeſchrieben. Im Frühjahr 1884 bezog er die Univerſität Gießen und beſuchte von Oſtern 1888 bis Oſtern 1889 das Prediger⸗Seminar zu Friedberg. Von Herbſt 1889 bis Herbſt 1891 war er Pfarrvicar in Groß⸗Bieberau; ſodann bis Ende November 1899 Pfarr⸗ verwalter bezw. Pfarrer in Zotzenheim, Kreis Alzey. Durch Allerhöchſte Entſchließung ward ihm die 2. reform. Pfarrſtelle dahier übertragen und er am 1. Advent in ſein Amt eingewieſen. Seinen Dienſt an der Realſchule begann er am 4. Dezember 1899.
¹) Wilh. Schottler wurde geboren zu Mainz am 25. März 1869; er beſuchte das dortige Realgymnaſium und beſtand die Reifeprüfung im Herbſt 1887. Er ſtudierte in Gießen Naturwiſſenſchaften und Mathematik und legte die Staats⸗ prüfung für das höhere Lehramt am 2. März 1892 ab. Seitdem war er als Acceſſiſt am Realgymnaſium zu Mainz, als proviſoriſcher Lehrer an den Realſchulen zu Heppenheim a. d. B. und Gernsheim thätig. Seit Oſtern 1897 war er proviſoriſcher Lehrer an der Real⸗ und Landwirtſchaftsſchule zu Groß⸗Umſtadt und wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1899 an genannter Anſtalt angeſtellt. Er promovierte zu Gießen am 15. Auguſt 1897.


