19
C. Proſpekt der Landwirtſchaftsſchule.
—,,—
Die Landwirtſchaftsſchule iſt eine Staatsanſtalt, deren Abgangszeugnis zum Einjährigendienſt berechtigt.
Sie hat die Aufgabe, jungen Leuten, die ſich der Okonomie widmen wollen, diejenige theoretiſche und praktiſche Vorbildung zu geben, die zu einem ſpäteren rationellen Betriebe der Landwirtſchaft befähigt.
Die zur Aufnahme in die unterſte Klaſſe erforderlichen Kenntniſſe, die den zum Eintritt in die 3. Klaſſe einer Realſchule(Obertertia eines Realgymnaſiums) geſtellten Forderungen gleich ſind, bilden eine genügende Grundlage für den dreijährigen Kurſus der Landwirtſchaftsſchule.
Unterrichtsgegenſtände ſind: Landwirtſchaftslehre(Ackerbau mit Bodenkunde, Pflanzenbau, Tierzucht, landwirtſchaftliche Betriebslehre mit Buchführung, Volkswirtſchaftslehre), Chemie und Mineralogie, Zoologie und Botanik, Phyſik, Mathematik, Planzeichnen und Feldmeßkunde, Religion, Deutſch, Franzöſiſch, Engliſch, Geſchichte, Geographie, Zeichnen, Turnen, Singen.
Praktiſche Anleitung zum Pflanzenbau findet auf dem Verſuchsfelde ſtatt. In Chemie wird von Schülern der 2. und 1. Klaſſe praktiſch gearbeitet. Reichliche Modelle, Abbildungen und Sammlungen aus dem Gebiete der Landwirtſchaft und der Naturwiſſenſchaften dienen zur Veranſchaulichung des Unterrichtes.
Zu zahlreichen Exkurſionen, die mit dem landwirtſchaftlichen und naturwiſſenſchaftlichen Unterrichte verbunden werden, iſt Groß⸗Umſtadt und ſeine Umgebung vorzüglich geeignet, da der außerordentlich fruchtbare Boden reichlichen Wechſel in Acker⸗, Wieſen⸗, Obſt⸗ und Weinbau bietet, außerdem Bierbrauereien, Brennereien und Molkereien vielfach und gut vertreten ſind.
Das jährliche Schulgeld beträgt, wie in der Realſchule, 60 Mark.


