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Gymnaſiums übertreten können. Bis zum Jahre 1901 ſtand die Schule unter der Aufſicht der Großh. Kreisſchulcommiſſion Groß⸗Gerau; jetzt iſt dieſelbe aber nach Inkrafttreten des Geſetzes, die Höheren Bürgerſchulen betreffend, vom 11. Mai 1901 dem Großh. Miniſterium des Innern Abteilung für Schulangelegenheiten unmittelbar unterſtellt.
An der Schule wirken außer dem derzeitigen Rector Kircher noch 2academiſch und 3 ſeminariſtiſch gebildete Lehrer, ſowie 2 Lehrerinnen. Der Religionsunterricht wird von einem evangeliſchen und einem kathol. Geiſtlichen, ſowie einem iſraelitiſchen Religionslehrer ertheilt.
In den Grundſtein werden außer dieſer Urkunde noch folgende Gegenſtände eingelegt:
1) Ein goldenes Zehnmarkſtück mit dem Bildniſſe des jetzt regierenden
Großherzogs ERNST LuDWIG.
2) Ein ſilbernes Fünfmarkſtück, desgleichen. 3) Eine ſilberne Feſtmünze, geprägt zum 300jährigen Jubiläum der
Privilegierten Schützen-Geſellſchaft Groß-Gerau 1890.
4) Ein Exemplar des Ortsbauſtatuts und der Baupolizeiordnung für
die Stadt Groß⸗Gerau vom 16. bezw. 6. April 1898.
5) Je eine Nummer des„Groß⸗Gerauer Kreisblatt“ und des„Groß⸗
Gerauer Anzeiger“.
6) Die Broſchüre„Das Kaſtell Groß⸗Gerau“ von Prof. Dr. Anthes. Über Groß⸗Gerau ſei hier das Nachſtehende erwähnt:
Schon in den älteſten Zeiten muß die hieſige Gegend beſiedelt geweſen ſein, da hier aus der Steinzeit ſowohl, als auch aus der älteren Metallzeit wiederholt Funde an Waffen und Geräth gemacht wurden. Eine germaniſche Niederlaſſung der La Tene Zeit beſtand an dem weſtlichen Ende der Gemarkung Groß⸗Gerau auf der„Schindkaute“, ein römiſches Kaſtell und eine bürgerliche Niederlaſſung am ſüdlichen Ende der Gemarkung auf„Eſch“. Während auf der letzterwähnten Culturſtätte die Nachgrabungen einen vorläufigen Abſchluß gefunden haben, wird auf der„Schindkaute“ vorausſichtlich in Kürze mit ſyſte⸗ matiſchen Unterſuchungen begonnen werden.
Ein ausgedehntes Gräberfeld aus dem Ende der Merovingiſchen bezw. dem Anfange der Karolingiſchen Zeit wurde im Jahre 1897 auf dem Galgenberge dahier abgegraben.
Groß⸗Gerau, welches urſprünglich ein Reichsdorf(curtis) war, (urkundlich zum erſten Male im Jahre 910 erwähnt) wurde 1013 würzburgiſch und kam dann an eine Linie der Grafen von Henneberg. Dieſe belehnten damit die Herren von Dornberg im 12. Jahrhundert. 1259 wurde Gerau katzenellenbogiſch, 1479 heſſiſch.
Stadtgerechtigkeit wurde an Groß⸗Gerau zum erſten Male am 21. Januar 1398 von König Wenzel verliehen; doch wurde das Stadt⸗
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