Dirigent und am 25. November d. J. definitiv als Mitprediger angeſtellt. Die Verwaltung der durch den Weggang von Frau Müller frei ge⸗ wordenen Stelle erhielt Frau Deckenbach, die ihrerſeits wieder erſetzt wurde durch die Schulverwalterin Fräulein A. Stumpf aus Ober⸗ Saulheim. Sie wurde im folgenden Jahre definitiv angeſtellt. Zu derſelben Zeit trat der Schulverwalter Ph. Doll an Stelle des nach Beſſungen verſetzten Herrn Engeroff. Oſtern 1887 wurde Herr Geiger an das Realgymnaſium und die Realſchule in Gießen verſetzt und gleichzeitig Herr Lehramts-Acceſſiſt Dr. Fr. Dingeldey aus Darmſtadt zu ſeinem Nachfolger ernannt.
Mit Beginn des Schuljahres 1887/88 wurde der Lehrplan der Anſtalt dem amtlichen Lehrplan für die Realgymnaſien angepaßt,„weil zu erwarten ſtand, daß die meiſten Schüler in das Realgymnaſium zu Darmſtadt übertreten würden.*) Dadurch erreichten die Schüler, welche nur die Einjährigen-Berechtigung erſtrebten, ein Jahr früher ihr Ziel.
Am 6. September 1887 ſtarb Frau E. Deckenbach, geb. Metzler,) welche bei ihrer Verheiratung ihre Entlaſſung aus dem Staatsdienſte nach— geſucht und erhalten hatte, aber als Hilfslehrerin beibehalten worden war. Ihre vorgeſetzte Behörde ſtellte ihr das ſchmeichelhafte Zeugnis aus, daß ſie„durch Geduld und Milde ſich die Herzen der Kinder zu gewinnen wußte und durch Ernſt und Beharrlichkeit in Ausführung der von ihr getroffenen Anordnungen alle zu freudigem Gehorſam, Fleiß uud Wohlan⸗ ſtändigkeit zu erziehen wußte.“ Ihre Nachfolgerin wurde die Schulver⸗ walterin Fräulein Marie Hauſer aus Friedberg, die am 1. Juli 1890 definitiv angeſtellt wurde. Im November 1888 wurde der Dirigent und Licentiat der Theologie O. Holtzmanne) an das Realgymnaſium zu Gießen verſetzt. Nach ſeinem Weggange wurde die Stelle des Mitpredigers und die des Dirigenten der Bürgerſchule nicht mehr auf eine Perſon über⸗ tragen. Zum Mitprediger und Pfarrer von Worfelden wurde der Pfarr⸗ verwalter Beckenhaubere) berufen und ihm der Religionsunterricht in den beiden oberſten Klaſſen übertragen. Der ſeitherige zweite akademiſch gebildete Lehrer, Herr Dr. Dingeldey, erhielt am 14. November 1888
*) Seit dieſer Zeit treten die meiſten Abiturienten der Anſtalt in die IIb des Darmſtädter Realgymnaſiums über und können dort nach einem Jahre die Einjährigenberechtigung erlangen, während ſie in der Realſchule, die bis zum Jahre 1899 die Schüler erſt mit 10 Jahren aufnahm, das Berechtigungs⸗Zeugnis nach 2 Jahren erwarben
**) Sie war ſeit 20. Mai 1876 definitiv angeſtellt.
***) Er habilitierte ſich bald darauf in der theologiſchen Fakultät der Landesuniverſität und iſt jetzt außerordentlicher Profeſſor dieſer Anſtalt und Oberlehrer am Realgymnaſium zu Gießen.
****) Dieſem, welcher 1897 als Pfarrer von Groß⸗Umſtadt ſtarb, folgte im Jahre 1893 Pfarrverwalter H. Becker; zu deſſen Nachfolger wurde im


