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Um die Beſoldung für den Rechner der Anſtalt zu ſparen, wurde auf Anregung der Kreisſchulkommiſſion das Kaſſen⸗ und. Rechnungsweſen der Anſtalt der Gemeinde überwieſen(31. VII. 79]), welche dann aus⸗ drücklich den Fortbeſtand der höheren Bürgerſchule als einer erweiterten Volksſchule garantierte, nachdem die Regierung die Entſchließung der Be— willigung der Dienſtalterszulagen von dieſer beſtimmten Erklärung der Gemeinde abhängig gemacht hatte.
Hierdurch war für die Anſtalt— gerade 8 Jahre nach ihrer Grün— dung— die Sicherſtellung ihrer manchmal bedrohten Zukunft erreicht. Die Erſchütterungen früherer Jahre kehren nicht wieder; von nun ab nimmt die Entwicklung der Anſtalt ihren ungeſtörten Verlauf bis zur Gegenwart, und man darf wohl über dieſen Zeitraum von unſerer An⸗ ſtalt dasſelbe ſagen, was man von edlen Frauen ſagt, daß diejenigen die beſten ſeien, von denen man am wenigſten ſpricht. Die Frequenz der Schule iſt ſeitdem ſehr konſtant. Der durchſchnittliche jährliche Schüler— beſtand beträgt 120 Knaben, 30 Mädchen.
Im Sommmer 1883 ſtarb, von Lehrern und Schülern in gleicher Weiſe betrauert, der Lehrer B. Friedmann, nachdem ihm ein im Frühjahre erbetener und bewilligter Urlaub leider nicht die gehoffte Ge⸗ neſung gebracht hatte.
Die Gemeinde-Vertretung beſchloß darauf, daß„für die von dem Verſtorbenen bekleidete zweite Stelle ein akademiſch gebildeter Lehrer pro⸗ viſoriſch angeſtellt werden ſolle, und daß die projektierte fünfte Lehrerſtelle dem ſeitherigen Vertreter Friedmanns, Herrn Schulvikar W. Engeroffs), übertragen wurde.“ Am 1. Dezember 1883 wurde dem Gymnaſial⸗ und Realſchul⸗Lehramts-Acceſſiſten, Herrn Wilh. Geiger*) zu Rhein⸗ Dürkheim, die proviſoriſche Verwaltung der zweiten Lehrerſtelle und dem Schulverwalter Wilh. Engeroff von Groß⸗Gerau die der fünften Lehrerſtelle übertragen. Am 20. Januar 1886 wurde der Mitprediger und Dirigent der Höheren Bürgerſchule Müller zum Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt ernannt. 14 Jahre lang hat derſelbe ſeines arbeitsreichen Doppelamtes gewaltet. Sein bleibendes Ver⸗ dienſt iſt es, der jungen Anſtalt eine feſte Organiſation gegeben und ſie dadurch zu einem lebensfähigen Inſtitut gemacht zu haben. Mit ihm gab ihre Stelle als Hilfslehrerin Frau Ulrike Müller auf, welche ſich ſtets „als tüchtige Pädagogin bewährt und insbeſondere in Handhabung der Disziplin eine geradezu männliche Energie gezeigt hatte“. Zum Nachfolger Müllers wurde der proviſoriſche Seminarlehrer Oscar Holtzmann in Alzey ernannt; derſelbe wurde am 12. November 1886 definitiv als
*) Jetzt Lehrer an der Stadtſchule zu Darmſtadt. *) Jetzt Seminardirektor in Bensheim.
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