Jahrgang 
1904
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der ausdrücklichen Bedingung, daß das Großherzogliche Kreisamt die Ver⸗ wendung des ganzen aus dem Reſervefonds der Sparkaſſe herrührenden Kapitals(7000 fl.) ſamt Zinſen für fraglichen Zweck genehmigt und bemüht iſt, dafür zu ſorgen, daß für fragliche Erbauung kein höherer Betrag ver wendet wird als 13000 Gulden. Darauf wurde noch dem Wunſche des Herrn Kreisrats Dr. Boeckmann das neue Schulhaus auf dem Marktplatze nach dem von Herrn Kreisbaumeiſter Walter entworfenen Bauplane gebaut, und am 12. Dezember 1877 zogen Lehrer und Schüler der Höheren Bürgerſchule aus ihrem ſeitherigen Schullokale(bei Herrn Kappenmacher Bert) in aller Stille in das neue Schulhaus ein. Schon vorher war für den Dirigenten eine neue Dienſtwohnung') fertiggeſtellt worden, deren Baukoſten in der Höhe von 14000 M. die Sparkaſſe vorgeſchoſſen hatte.)

Das Jahr 1879 brachte mehrere für die Anſtalt bedeutſame Neuerungen: Wiederholt hatte der Dirigent darauf hingewieſen, daß die Lehrkräfte gegen⸗ über dem doppelten Ziel der Anſtalt unzureichend ſeien, und die Anſtellung eines zweiten akademiſchen Lehrers verlangt. Dieſem Antrage war jedoch keine Folge gegeben worden mit Rückſicht auf die unbeſtändige finanzielle Lage der Schule. Durch eine vorübergehende Abnahme der Schülerzahl und durch Ermäßigung des Schulgeldes für die Kinder derſelben Familien*) hatten ſich die Einnahmen um etwa 1700 M. vermindert. In dieſer Notlage bewilligte die Sparkaſſe Groß-Gerau und zwar auf 3 Jahre außer dem ſeitherigen Zuſchuſſe einen weiteren von 1000 M. in der Vorausſetzung, daß ein zweiter akademiſch gebildeter Lehrer angeſtellt werde. Eine Erſparnis zugunſten der Schulkaſſe in der Höhe von 250 Mk. wurde dadurch erreicht, daß der Religionsunterricht der israelitiſchen Schüler der Anſtalt dem is⸗ raelitiſchen Lehrer von Groß⸗Gerau überwieſen wurde; ſeither hatte ein aus wärtiger Religionslehrer) den Religionsunterricht für die die Bürgerſchule beſuchenden Israeliten gegen obige Remuneration erteilt. Oſtern 1879 über⸗ nahm der ſeitens der israelitiſchen Religionsgemeinde neu angeſtellte isra⸗ elitiſche Religionslehrer Joſ. Israel, zudeſſen Unterhalt reſp. für Erteilung des Religionsunterrichtes die politiſche Gemeinde Groß⸗Gerau 300 M. jährlich beiſteuert, den Religionsunterricht der israelitiſchen Kinder der Anſtalt.

*) Das Haus Gernsheimerſtraße 11, jetzt Eigentum des Herrn Kreis⸗ veterinärarztes Sauer.

**) Sie erhob 5% Miete, wovon 4% zur Verzinſung des Kapitals, 1% zur Amortiſation verwandt wurden.

***) Für das zweite Kind ſind drei Viertel, für das dritte und die fol⸗ genden Kinder die Hälfte des feſtgeſetzten Betrages(68,60 M.= 40 fl.) zu be⸗ zahlen. Vom 1. April 1904 ab beträgt das Schulgeld 70 M., für das 2. Kind zwei Drittel, für das Dritte und die Folgenden die Hälfte dieſes Betrages.

****) Lehrer El. Edelmut aus Trebur; dieſem war das Jahr vorher der Unterricht übertragen worden nach vorausgegangenen langwierigen Verhandlungen überden iſraelitiſchen Religionsunterricht als obligatoriſchen Lehrgegenſtand.

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