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Remuneration Unterricht erteilt hatte. Oſtern 1876 wurde eine fünfte Klaſſe errichtet, die zwiſchen die Vorſchule und die vorhandenen vier Klaſſen ein⸗ gefügt wurde. Damit erſcheint die Organiſation der Anſtalt vorläufig als durchgeführt. Auf die Vorſchule als ſechſte Klaſſe errichten ſich für die Schüler vom 9.—14. Lebensjahr die Klaſſen V—J.
Was den Lehrplan betrifft, ſo iſt derſelbe derjenige einer Realſchule in den entſprechenden Klaſſen. Das Ziel iſt die zweite Klaſſe einer Real⸗ ſchule II. Ordnung oder bei Kenntnis des Lateiniſchen die Unter⸗Sekunda einer Realſchule l. Ordnung. Die Schüler, welche ein Gymnaſium beſuchen wollen, werden in Latein und Griechiſch ſoweit gefördert, daß ſie in die Unter⸗Sekunda eines Gymnaſiums übertreten können.
Das Lehrerperſonal wird vermehrt durch die proviſoriſche Anſtellung des Herrn Jean Joſt aus Griedel, der jedoch ſchon nach einem Jahre die Anſtalt verläßt, worauf im Herbſt 1877 Herr Lehrer Peter Schneider die vierte Lehrerſtelle erhält.
Zur gedeihlichen Fortentwicklung der Schule, deren ſtetig ſteigende Schülerzahl Oſtern 1873 zählte ſie 47 Kinder, 1874: 62, 1875: 67, 1876: 121, 1877: 138— bewies, daß die Schule ihre Aufgabe erfüllte und in immer weiteren Kreiſen eine vertrauensvolle Anerkennung fand, fehlte noch eins— ein eignes Heim.—„Bezüglich des Lokals,“ ſo ſchreibt der Dirigent im Programm des Jahres 1876,„iſt die Schule in einer wahren Notlage. Infolge Kündigung mußte die Schule im vorigen Sommer aus den gemieteten Lokalitäten verlegt werden. Im neuen ſtädtiſchen Schulhauſe wurden uns drei leerſtehende kleine Räume zur Verfügung geſtellt, in drei Etagen gelegen, alle im Raum ungenügend, ſo daß die Kinder bis dicht an den Ofen heranſitzen. Ein Zimmer für die Lehrer oder die Sammlungen iſt nicht vorhanden. Dazu mußten in zwei benach— barten Häuſern für die beiden andren Klaſſen Zimmer gemietet werden, niedrige dumpfe Gelaſſe, zweckwidrig, geſundheitsſchädlich, in jeder Beziehung ungenügend. Die Schule iſt alſo in drei verſchiedenen Häuſern verteilt, Aufſicht und Disziplin ſind erſchwert, Störungen aller Art unvermeidlich.— Es iſt tief zu beklagen, daß aus Gründen, die wir hier nicht erörtern können, ein ſo ſchön aufblühendes und ſegensreich wirkendes Inſtitut wie unſere Höhere Bürgerſchule in eine ſolche Notlage gebracht worden iſt.“
Ueber die Notwendigkeit eines eignen Schulhauſes waren alle maß⸗ gebenden ſtaatlichen und ſtädtiſchen Organe einig. Aber wegen der Platzfrage und der Anlage des Neubaus entſtanden zwiſchen dem damaligen Vorſitzenden der Großh. Kreisſchulkommiſſion und der Gemeinde«Vertretung heftige und langdauernde Differenzen, deren Einzelheiten jedoch hier füglich übergangen werden können. Es genügt zu erwähnen, daß der Gemeinderat in der Sitzung vom 31. Januar 1877 beſchloß,„von Verfolgung des Rekurſes in Angelegenheit der Erbauung der Höheren Bürgerſchule abzuſehen unter
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