Jahrgang 
1904
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200 fl. bei der Sparkaſſe Groß⸗Gerau mit der Beſtimmung, daß aus den jährlichen Zinſen Prämien für 23 würdige Schüler beſchafft würden.)

Der Beginn des Schuljahres 1873/74 brachte die erſte Viſitation der Schule, deren Reſultat ſeitens der Großherzoglichen Kreisſchulkommiſſion als durchaus befriedigend anerkannt wurde. Zu Pfingſten traten aus der Vorſchule 19 und dazu noch 4 weitere Schüler ein, ſo daß zur Bildung einer neuen Klaſſe, der vierten, geſchritten werden konnte. War ſchon vorher die Not groß, indem für drei Klaſſen nur zwei ordentliche Lehrer vorhanden waren, die bereits über Gebühr mit Arbeit belaſtet waren Müller gab wöchentlich 49, Friedmann 35, die Hilfslehrer 10 Stunden, ſo war jetzt die Einſtellung einer weiteren Lehrkraft nicht zu umgehen, wenn nicht die Anſtalt durch Mangel an Lehrkräften zu Grunde gehen ſollte. Deshalb wurde der Lehrer an der vierten Schule, Herr Johs. Deckenbach, der bereits ſeit Herbſt 1873 als Nachfolger Arnolds in einzelnen Stunden an der Bürgerſchule beſchäftigt geweſen war, zur Dienſtleiſtung an derſelbenkommittiert und der Schulverwalter Linker aus Erfelden zum Verwalter der vierten Schulſtelle zu Groß-Gerau beſtellt und ihm eine Anzahl Stunden an der Bürgerſchule übertragen. Durch dieſe Vermehrung der Lehrkräfte war die Möglichkeit gegeben, den Ausbau der Schule weiter zu führen. Im Schuljahre 1875/76**) wurde die Vorſchule definitiv mit der Höheren Bürgerſchule verbunden und erſcheint nun als ſechſte Klaſſe derſelben; ſie umfaßt in drei Abteilungen die Schüler vom 6.9. Lebensjahre und erhält in der Lehrerin Fräulein E. Metzler aus Darmſtadt(ſeit 8. Juli 1875) ihre eigne Lehrerin, welche gleichzeitig auch für die Schülerinnen der Anſtalt den Unterricht in weiblichen Hand⸗ arbeiten einrichtet. Die Berechtigung zur Einnahme des Schulgeldes*) aus der Vorſchule geht von den ſeitherigen Lehrern auf die Kaſſe der Bürgerſchule über.In dem unmittelbar am Schulhofe ſtehenden Sperling'ſchen Hauſe wird ein geeignetes Lokal für jährlich 113,14 M. (= 66 fl.) gemietet und der Vorſchule eingeräumt. Am 11. Juli 1875 wurde der proviſoriſche Lehrer J. Deckenbach definitiv als dritter Lehrer angeſtellt. Durch Beſchluß Großherzoglicher Kreisſchulkommiſſion wurde mit Höherer Genehmigung für den Unterricht in den neuen Sprachen an den oberen Klaſſen Frau Ulrike Müller, die Ehefrau des Dirigenten, als Hilfslehrerine) angeſtellt, nachdem ſie ſchon ſeit dem Jahre 1872 gegen

*) Die Zinſen werden jetzt zur Anſchaffung von Büchern für die Schüler⸗ bibliothek verwendet.

**) Seit Oſtern 1875 läuft das Schuljahr von Frühjahr zu Frühjahr; vorher begann und ſchloß es im Herbſt.

***) 20,60 M. pro Kind; im Jahre 1879 auf 30 M. erhöht.

en) Sie blieb Hilfslehrerin bis zum Jahre 1886(ſo lange Herr Müller die Dirigentenſtelle bekleidete), da man Anſtand genommen hatte,der Ehefrau des Dirigenten zugleich mit ihrem Manne eine definitive Anſtellung zu erteilen.