Jahrgang 
1904
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proviſoriſchen erſten Lehrer Müller die erledigte Mitpredigerſtelle zu Groß⸗Gerau übertragen unter Entbindung von der damit verbundenen Lehrerſtelle an einer ſtädtiſchen Schule und Übertragung der weiteren Leitung der Höheren Bürgerſchule. Damit wurden auf eine Reihe von Jahren die Mitpredigerſtelle und die Stelle eines Dirigenten der Höheren Bürgerſchule in einer Hand vereinigt.

G. Ph. Müller ſtudierte 185558 Theologie in Gießen, war Mitglied des Prediger-Seminars zu Friedberg 185859, bekleidete eine Hauslehrerſtelle im Fürſtentum Birkenfeld, die er bald niederlegte, um als Lehrer an der Haſſel'ſchen Erziehungsanſtalt in Frankfurt a. M. ein⸗ zutreten; dort war er etwa 2 Jahre tätig. Von 186172 war er Mitprediger und Lehrer an der erſten ſtädtiſchen Knabenſchule zu Alsfeld, gleichzeitig unterrichtete er 4 Jahre lang als Hilfslehrer an der dortigen Realſchule, bis ſeine Frau eine Privatlehranſtalt für Mädchen übernahm, an deren Leitung und Unterricht er teilnahm.

Das Schuljahr 1872,73 wurde eröffnet mit 47 Schulkindern. Im Frühjahr traten 20 weitere ein, ſo daß eine neue Klaſſe, die dritte, errichtet werden mußte. Das Schuljahr ſchloß mit 55 Schülern.

Am 21. Dezember 1872 erhielt die bisher proviſoriſch beſtandene Anſtalt die Stellung und Berechtigung einer definitiv errichteten Volksſchule und iſt von nun ab zu betrachten als eine erweiterte Volksſchule im Sinne des Artikels 18 des Schulgeſetzes.

Am 1. Mai 1873 wurde Lehrer Friedmann definitiv angeſtellt.

Johs. Balthaſar Friedmann beſuchte 18471849 das Schullehrer-Seminar in Friedberg, vikarierte zu Mommenheim von 1849 1851, zu Schwabsburg 18511855, bekleidete bis 1864 eine Schulſtelle in Bauſchheim, wurde darauf an die vierte ſtädtiſche Schule zu Groß⸗Gerau verſetzt und 1871 an die neu errichtete Höhere Bürgerſchule.

In demſelben Schuljahre vereinigen ſich die Lehrer Arnold, Deckenbach und Friedmann zur Errichtung einer Vorbereitungs⸗ ſchule für die Kinder, welche mit 10 Jahren in die Bürgerſchule übertreten wollen. Die Beaufſichtigung dieſer Vorſchule, die man im ſtädtiſchen Schulhauſe unterbrachte, wurde dem Dirigenten der Höheren Bürgerſchule übertragen.

Eine ſehr willkommene pekuniäre Unterſtützung erhielt die Anſtalt dadurch, daß in der Generalverſammlung des Sparkaſſenvereins vom 30. September 1872 auf Antrag des Vorſtandes der Sparkaſſe dahier der Beſchluß gefaßt wurde,der Bürgerſchule einen ſtändigen jährlichen Zuſchuß von 600 Gulden zu gewähren unter der Bedingung, daß von dem Vorſtand 1012 Stipendien an unbemittelte, aber befähigte Kinder im Sparkaſſenbezirk vergeben werden dürfen. Gleichzeitig deponierte ein Freund der Schule, Pfarrer Heumann in Dornheim, ein Kapital von

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