Jahrgang 
1904
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Bockius'ſchen Fabrikgebäude eröffnet. Außer den beiden ernannten Lehrern erteilten noch Unterricht in einzelnen Stunden Pfarrvikar Groſch und die Lehrer Arnold*) und Hofferbert. Herr Walz legte ſchon im Auguſt 1872 ſeine Stelle nieder, die bis zum Schluß des Schuljahres aushilfsweiſe von Herrn Gymnaſiallehramts-Kandidaten H. Eiſenhuth, dem derzeitigen Chef der Schulabteilung, verwaltet wurde. An Stelle des gleichzeitig verſetzten Pfarrvikar Groſch gab während dieſer Zeit Herr Pfarrverwalter Büttel) den Religionsunterricht. Die Schule hatte mit 26 Schülern begonnen und zählte am Schluß des erſten Schuljahres 39 Kinder in zwei Klaſſen. Das Schulgeld betrug 40 fl. für den Schüler, die Gemeinde leiſtete einen Zuſchuß von 600 fl.; die Stelle des erſten Lehrers war mit 800 fl., die des zweiten mit 600 fl. dotiert.

Lehrer Friedmann wurde zum Rechner der Anſtalt beſtellt und erhielt als ſolcher für ſeine Bemühungen eine Vergütung von 3% der Bareinnahmen.

Die vakante Stelle des Leiters der Anſtalt wurde im Herbſt 1872 dem Mitprediger Müller in Alsfeld übertragen.

Nach den gemachten Erfahrungen iſt es klar, ſo führte der Vor⸗ ſitzende der Kreisſchulkommiſſion in einer Eingabe an die Oberſtudiendirektion vom 27. Juli 1872 aus,daß es unmöglich iſt, unter den bisherigen Bedingungen eine tüchtige Lehrkraft für die Leitung der Anſtalt zu gewinnen. Deshalb iſt die Beſoldung ſo zu erhöhen, daß auch eine im Schulfache bereits bewährte Kraft zum längeren Verbleiben an derſelben veranlaßt werden kann. Da nun aus den Mitteln der Anſtalt im Geſamtbetrage von 2200 fl. für die fragliche Stelle eine höhere Summe als 900 fl. nicht ausgeworfen werden kann, lag der Gedanke nahe, den Inhaber der hieſigen erſten Mädchenſchulklaſſe, welche mit einem Theologen zu beſetzen iſt, die Leitung der Höheren Bürgerſchule zu übertragen und mit Verwaltung der erſten Mädchenſchulklaſſe einen Volksſchullehrer zu betrauen. Da die fragliche Mitpredigerſtelle 900 1000 fl einbringt, ſo könnte der Betrag von 500 fl. zur Erhöhung des Gehaltes des Direktors der Höheren Bürgerſchule ver wendet werden und bliebe für den Volksſchullehrer immerhin noch ein ausreichender Betrag übrig. Das Intereſſe der Anſtalt würde dadurch weſentlich gefördert, da ein Gehalt von 1400 fl. auch tüchtige Kräfte feſſeln kann und die nicht bedeutenden geiſtlichen Funktionen eines Mitpredigers die Verſchun des Schuldienſtes in keiner Weiſe beeinträchtigen.

Die vorgeſebte Behörde ſchloß ſich dieſen Ausführungen an, und durch Allerhöchſtes Dekret vom 4. April 1874 wurde dem Dirigenten und

*) Arnold, ein Vetter des derzeitigen Stadtoberhauptes, gab bis Ende 1878 den Schreib⸗ und Zeichenunterricht. *)v Jetzt Diviſions⸗Pfarrer in Flensburg.

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