Jahrgang 
1904
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Hiernach ſowie nach der Anzahl der Schüler, 4050, wäre das Bedürfnis an Lehrkräften abzumeſſen. Es wäre erforderlich ein erſter Lehrer, dem die Leitung der Anſtalt unter unſerer Oberaufſicht zu übertragen wäre. Derſelde hätte den Unterricht zu übernehmen in Religion, Deutſch, Lateiniſch, Griechiſch, Franzöſiſch, Engliſch und Geſchichte. Sollte die Uebernahme aller dieſer Fächer eine allzu große Belaſtung des erſten Lehrers verurſachen, ſo könnte der Unterricht in der Religion einem der hieſigen Geiſtlichen übertragen werden. Dem zweiten Lehrer würden die eigentlichen Realfächer zufallen und könnten, inſoweit dies zur Verhütung einer Ueberlaſtung desſelben ſowie zur Ermöglichung einer zweckmäßigen Einteilung der Stunden in den ver⸗ ſchiedenen Klaſſen notwendig erſcheinen würde, die hier bereits unter den Volksſchullehrern vorhandenen ſpeziellen Kräfte für Schönſchreiben, Zeichnen, Geſang und Turnen verwendet werden. Für den erſten Lehrer haben wir einen Gehalt von 800 Gulden, für den zweiten einen ſolchen von 600 Gulden in Ausſicht genommen. Die hiernach noch reſtierenden 800 Gulden dürften zur Beſoldung der Hilfslehrer, für Miete des Lokals, Heizung, Beleuchtung und Bedienung ſowie Anſchaffung und Unterhaltung des Inventars mehr als ausreichend erſcheinen, zumal da das ganze nicht unbeträchtliche Inventar der Privatſchule auf die neue Schule übergeht.

In dem Vorſtehenden iſt die von uns beabſichtigte Konſtituierung der neuen Anſtalt nur in groben Umriſſen gezeichnet, aber dieſe Umriſſe dürften nach unſerem Ermeſſen doch genügen, Ihnen wenigſtens die Genehmigung eines Proviſoriums zu ermöglichen. Würden Sie uns zur Errichtung des Proviſoriums ermächtigt haben, ſo würden wir unter Zuziehung der von Ihnen berufenen Lehrer die Details ordnen, und ſobald uns die gemachten Erfahrungen ein ſicheres Urteil erlauben, unſere Anträge auf Geſtaltung des Definitivums Ihrer geneigten Erwägung unterbreiten.

Darauf genehmigte Großherzogliches Miniſterium des Innern durch Entſchließung vom 31. Juli 1871 die proviſoriſche Errichtung einer Höheren Bürgerſchule. Die Oberſtudiendirektion ernannte den Vikar der erſten Schulſtelle in Lich, Herrn Pfarramts-Kandidaten Karl Walz), zum proviſoriſchen erſten Lehrer und den Schullehrer in Groß-Gerau, Herrn Balthaſar Friedmann, zum Vikar der zweiten Lehrerſtelle an der neuen Anſtalt. Am 18. September 1871 wurde dieſelbe in dem vormals

*) Nach ſeinem Weggang von Groß⸗Gerau wurde er Hofkaplan in Schönberg; am 1. April 1875 wurde er als Religionslehrer an das Gymnaſium nach Darmſtadt verſetzt. Seit 1. November 1879 wirkte er als Pfarrer in Bad Nauheim. Am 1. Juli wurde er als Konſiſtorialrat und Superintendent in das Oberkonſiſtorium berufen und nach Habichts Tod zum Prälaten der heſſiſchen Landeskirche ernannt.

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