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IV. Höhere Bürgerſchule.
(1871— 1904.)
Aume Zeit nach der Auflöſung der Privatrealſchule wurde dank den
Bemühungen des damaligen Vorſitzenden Großherzoglicher Kreis⸗
ſchulkommiſſion, des Herrn Kreisrats Dr. Boeckmann, eine neue Schule in's Leben gerufen, die jetzige Höhere Bürgerſchule.
In einer Eingabe an die Großherzogliche Oberſtudien-Direktion vom
15. Juli 1871, in der er als ein allgemein empfundenes Bedürfnis der aufblühenden Stadt Groß-Gerau bezeichnete, daß eine unter ſtaatlicher Leitung ſtehende Höhere Bürgerſchule gegründet und im guten Stande erhalten werde, führte derſelbe etwa folgendes aus:
„Um den Beſtand der Anſtalt in finanzieller Beziehung ſicher zu ſtellen, erſchien es ebenſo unmöglich, daß die ſämtlichen Koſten aus Beiträgen der Eltern beſtritten werden ſollten, als daß die Gemeinde allein dieſe Laſt übernähme. Als eine billige Vermittlung der ver— ſchiedenen Intereſſen mußte es erſcheinen, daß die Gemeinde gerade den Betrag, den ihr die Errichtung einer weiteren Volksſchulklaſſe koſten würde, als Beitrag leiſtete, da ja eine ſolche bei Ausführung des frag⸗ lichen Projektes erſpart werden würde. Dem Unterzeichneten gelang es denn auch, den Ortsvorſtand zur Bewilligung eines jährlichen Beitrages von 600 Gulden zu bewegen. Als Ertrag des Schulgeldes kann nach den bisherigen Erfahrungen bei einer Normierung desſelben auf 40 Gulden jährlich und einem Beſtande von wenigſtens 40 Schülern der Betrag von 1600 Gulden jährlich ohne Bedenken in Ausſicht genommen werden. Der Geſamtbetrag von 2200 Gulden dürfe aber als vollſtändig ausreichend erſcheinen, um das Unternehmen in finanzieller Beziehung ſicher zu ſtellen.
Der neuen Anſtalt würde dieſelbe Aufgabe zufallen wie der bis⸗ herigen Privatſchule, Knaben und Mädchen eine höhere Bildung zu gewähren, als dieſelbe in der Volksſchule erſtrebt werden kann, und dieſelben teils zum Eintritte in das praktiſche Leben, teils zum Beſuche der dem Alter entſprechenden Klaſſe des Gymnaſiums und der Realſchule vorzubereiten.
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