Jahrgang 
1904
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zu beginnen und pbvyſikaliſche Deneditietrcneisteate wie durchſichtige Pumpen ꝛc. ſelbſt anzufertigen oder durch C elegenheitskäufe ſehr billig zu erwerben. Auch ſtellte ich die dnnhan meines Privatlaboratoriums in den Dienſt der Schule. Mit dem Fortſchreiten der Naturwiſſenſchaften, das damals ſeinen jetzigen raſchen Gang bereits angefangen hatte, mußte dieſe Unzulänglichkeit zuletzt zum Hindernis für zeitgemäßen Unterricht werden. Dazu kamen die überaus beſcheidenen Gehaltsverhältniſſe ohne Ausſicht auf Beſſerung oder gar auf Le bensverſorgung, welche durch den Aufſchwung des wirtſchaftlichen Lebens immer peinlicher empfunden wurden. Dieſelben mßten in nicht ſehr ferner Zeit die Anſtalt auf die mindeſtwertigen Lehrkräfte verweiſen, wie ſie auch jetzt ſchon auf ſolche Lehrer beſchränkt war, denen irgend welche ungewöhnliche Gründe oder auch die eigenſinnige Verfol gung beſtimmter Ziele, wie bei mir, die reſignierte Hinnahme ſo beſcheidener Mittel diktierte. Es konnte daher nur noch eine Frage der Zeit ſein, daß die Anſtalt eine Reform erfahren mußte, um aus der privaten Verwaltung entweder in rein kommunale oder in eine ſolche unter ſtaatlicher Mithilfe und Aufſicht überzugehen, beſonders wo immer mehr Familien das Bedürfnis einer beſſeren Ausbildung ihrer Kinder empfanden. Den Anſtoß dazu konnte ſchon ein Wechſel der Lehrer geben, und dieſer drohte ſchon 1868, wo ich bereits Unterhandlungen gepflogen und ſogar beſtimmte A lbmachungen mit einem Großinduſtriellen getroffen hatte zur Ausbeutung gewiſſer von mir ausgearbeiteter chem. Methoden. Nur allein dem Umſtand war die Hinausſchiebung um weitere drei Jahre beizumeſſen, daß ich vor der praktiſchen Ausführung noch eine vie enidtehende Aeiderun verſuchen wollte, die ſehr bald zu einem Aanz neuen und viel beſſeren Wege führte, der durchgearbeitet ſein wollte Dieſe Arbeiten brachte plötzl lich im November 1869 das berühmte Erdbeben zum Stillſtand, indem meine ganze freie Zeit durch die früher geſchilderte Bearbeitung desſelben in Verbindung mit fortlaufenden Berichten an die Kölniſche Zeitung in Anſpruch genommen wurde. 1870 kam aber dann der femnbfſche Krieg, wo an techniſche Unternehmungen nicht zu denken war, und ſo führten meine dierhedlannen erſt 1871 zu einem Reſultat.

Durch dieſes längere Verbleiben von mir blieb der äußere Anſtoß, um an eine Aenderung im Beſtande und beſonders in der Führung der Privatrealſchule l beranzutreten, hinausgeſchoben. Sie wurde jedoch ſchon ſeit 1867 durch eine kleine Partei angeſtrebt, die ſich wegen des ihr zu Gebot ſtehenden Einfluſſes an Rückſicht nicht immer gebunden hielt. Sie wurde anfaugs der 3 Jahre durch eine lange Reihe von Eiinkucher und Kämpfen, die ſich im Kaſino abſpielten, berausgebildet und als dort ihre Herrſchaft über die Verhältniſſe geſichert war, da wußte jedermann: Jetzt kommt die Privatrealſchule an die Reihe. Den einflußreichſten Mit⸗ gliedern dieſer Partei bereitete einesteils die Eeltſtändinteit der Lehrer, anderenteils ihr Fernbleiben von jeder politiſchen oder ſozialen Agitation) großen Kummer.

*) Vor dem letzten Viertel meines Aufenthaltes in Groß⸗ Gerau hatte ich bei Verſammlungen des landwirtſchaftlichen Vereins bisweilen Wrtäde über chemiſch⸗ landwirtſchaftliche Fragen gehalten und durch Experimente i lluſtriert. Als ich jedoch erkennen mußte, daß die gepflegte Landwirtſchaft ganz andere Aufgaben verfolgte als meine Experimente, die nur das lockende Feuerwerk bildeten, widerſtrebte es meinem Charakter, noch weiter dieſen Dienſt zu leiſten.

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