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ſohn gehörig) zuſammen gefunden, deſſen Wirt beim Servieren ſeiner Antipathie gegen den nordiſchen Sieger in zwar gemütlicher, aber doch draſtiſcher Weiſe freien Lauf ließ.„Nehmen Sie ſich in Acht,“ bemerkte ihm ein Gerichtsacceſſiſt,„jeden Augenblick können die Preußen da ſein, und dann werden Sie ſicher eingeſteckt!“ Das letzte Wort war noch nicht geſprochen, als durch das offene Fenſter ein raſches Klapp, klapp, klapp, flapp, klapp...... herein klang. Alle Augen wendeten ſich und ſahen eine Landwehr⸗Huſarenpatrouille mit Karabiner in Bereitſchaft vorbeitraben. Bleich wie Marmor vor Schreck blieb der Wirt in die gebeugte Stellung gebannt, die er gerade durch das offene Fenſter ſtarrend eingenommen hatte, bis die Gäſte ihm zuredeten und ſeine Erſtarrung löſten. Der Schreck war jedoch umſonſt. Von Einſtecken war keine Rede, da ſich ſofort eine gemütliche Vertraulichkeit zwiſchen den einquartierten Landwehrleuten und der Bevölkerung entwickelte. Der Schuljugend waren die jetzt mehrfach wechſelnden Einquartierungen zur großen Freude, und mit der ganz von ſelbſt ſich ergebenden Ausſöhnung mit den Tatſachen fiel auch für die Lehrer jede Schwierigkeit hinweg, den für die Einigung Deutſchlands ſo wichtigen Krieg in der Schule zu berühren.
5) Prähiſtoriſche Entdeckungen und Forſchungen bei Groß⸗Gerau.
Gelingt es einem Lehrer, die Schüler an ſich zu feſſeln, ſo folgen ſie auch ſeinen idealen Privatbeſtrebungen mit demſelben Eifer wie im Unterricht, falls dieſelben für ſie verſtändlich ſind. So war es auch mir vergönnt, bei den Schülern der Privatrealſchule einem Intereſſe zu begegnen, wie ich es nie erwartet hätte, als ich durch einige Jagdtier- und Haustier⸗ knochen, die mir ein Schüler mitbrachte, zur Entdeckung einer germaniſchen Hüttenniederlaſſung auf der„alten Schindkaut“ aus dem erſten vorchriſtlichen Jahrhundert geführt wurde. Da auch Gefäßſcherben dabei ſein ſollten, war eine genaue Unterſuchung angezeigt, wobei ſich herausſtellte, daß Knochen wie Scherben in einen großen Block ſchwarzer ſpeckiger Maſſe eingebettet waren, leicht überdeckt von dem Sande des Ackers, und daß die Hälfte davon bereits auf die nahen Neckarbettwieſen abgefahren war, wo ſie in Häufchenreihen lag, ſo daß die Durchſuchung noch möglich war. Infolge eingetretenen Tauwetters war ſolches jedoch nur mit an die Füße befeſtigten Brettern durchzuführen, um nicht zu tief in das Waſſer einzuſinken. Die Gegenſtände, welche die ſcharrende Maurerkelle zu Tage förderte, wanderten in einen umgehängten Sack. So war nach 3—4 Wochen täglicher Arbeit von 3 oder 4 Uhr bis gegen 6 Uhr, wo die Dunkelheit im Januar und Februar 1867 Einhalt gebot, das Ganze durchſucht, und nun gings ans Waſchen des großen Haufens von Scherben und Knochen. Hierzu meldeten ſich nun die Schüler der Anſtalt mit großem Jubel, indem ſie alle außer Kurs geſetzten Bürſten ihrer Wohnungen herbeiſchleppten. Die Mithilfe wurde jedoch nur dann geſtattet, wenn die Aufgaben für den kommenden Tag bereits vollendet und die Eltern damit einverſtanden waren.
Der große Scherbenhaufen gehörte ungefähr 250—260 germaniſchen und etwas über 200 römiſchen Gefäßen an. Die erſteren ließen ſich vielfach zu großen Stücken, ja ſelbſt über halb zuſammenſetzen, die römiſchen nur ganz vereinzelt. Ueberraſchender Weiſe deuten die römiſchen Gefäße in ihren Formen vielfach auf die vorchriſtliche Zeit, wo die Römer das rechtsſeitige
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