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damals ſchon in Sicht war, und der ſich daraus entwickelnden freieren Weltanſchauung, die weſentlich höhere Anforderungen an die allgemeine Bildung von Männern und Frauen zu ſtellen begann, ent ſprechend Rechnung getragen. So wurde in der Mat uman an die an und für ſich ſchon weitgehenden Anforderungen der Gewerbeſchule noch die Begriffslehre der ſich höher anſchließenden Gebiete angereiht, ſo an die Gleichungen zweiten Grades und die Progreſſionslehre das Wichtigſte über Begriff, Weſen und Zweck der Logarithmen und ebenſo in der Geometrie das Gleiche von den trigondinetriſe chen Funktionen, ohne eingehend damit zu rechnen. An ſolchen Begriffslehren mußten auch jedesmal die Mädchen teilnehmen, wie ſie auch die Elemente der Buchſtabenrechnung und der Geometrie mitnehmen mußten. Heute würde man wohl die Intelligenteren von ihnen die geſamte Mathematik wie auch das Lateiniſche mitnehmen laſſen, entſprechend den Wünſchen der Frauen nach einer beſſeren Geiſtesbildung.
Aeußerſt fleißig wurde das Kopfrechnen geübt, meiſt als geiſtige Gewehrgriffe in den letzten 5— 10 Minuten der Unterrichtsſtunde und zwar mit allen praktiſchen Maßen und Größen, die der emporſteigende Handel und Verkehr damals in Ausſicht ſtellte; ſo bei der Münzrechnung nicht nur in der üblichen Umrechnung von Gulden, Talern und Krontalern oder öſterreichiſchen Gulden, ſondern auch in Schilling, Pfund, Franc, Dollar und ebenſo entſprechend in der Maßrechnung mit der Meterrechnung an der Spitze. Ganz beſonderes Gewicht wurde dabei auf die wirtſchaftliche Kopfrechnung gelegt, ſo weit ſie die ſtändig ſich wiederholenden oder die vertändelnden Ausgaben betrifft, wie: täglich 3 Pfg. für ein Hörnchen oder 5 Pfg. für einen Schnaps oder 10—12 Pfg. für ein Glas Bier, was macht das in der Woche? im Monat? im Jahr? und wie viel Proz ent macht es von einem Einkommen von jährlich 700, 800 oder 1000 Mark? und wie viel Prozent, wenn 2, 3, 4 ꝛc. Famil ienglieder ſich den Genuß er— lauben? ꝛc. Heute ſind dieſe Rechenübungen vielfach eingeführt, damals war man geneigt, ſie zu den kaum zur Verwendung kommenden Parade⸗ übungen der Schule zu rechnen, da man das Wachſen des internationalen Verkehrs und die übele Wirkung der ſich, mehrenden Lebensbedürfniſſe auf das Ausreichen mit beſchränkten Mitteln unterſchätzte.
In der Botanik befand ſich die Anſtalt in ſo günſtigen Verhältniſſen, wie ſie nur ſelten einer ähnlichen Schule geboten ſein dürften, da der zu meiner Verfügung ſtehende Hausgarten, in den die Schule eingebaut war, ſtets Pflanzen in ſolcher Menge enthielt, um ſämtliche Schüler damit zu verſehen, falls das Wetter nicht geſtattete, den nahen Kaninchenberg zu beſuchen. Um ſo ungünſtiger war dagegen die Zoologie beſtellt, indem hierzu faſt jedes Hilfsmittel fehlte. Ich begann daher einzelne Dinge zu ſammeln und ſchematiſche Tafeln über die Herztätigkeit und den Blutlauf depaderer Tierklaſſen anzufertigen.(Außerdem noch eine Reihe von Tafeln für den Unterricht in der Phyſik.) Trotz dieſer Unzulänglichkeiten ließ ſich dennoch bereits damals der Unterricht intereſſant geſtalten durch biologiſche Geſichtspunkte in darwiniſtiſchem Lichte, wie ſie damals in Menge beobachtet und veröffentlicht wurden. So feſſelnd und begeiſternd dieſe Behandlung der Naturkunde auf die Schüler wirkte, ſo gefürchtet war ſie damals als neue, wie man meinte, dem Glauben feindliche Naturauffaſſung. (1858 hatte Darwin ſeine epochemachenden Anſchauungen erſt veröffentlicht.) Heute gehört die Kenntnis der Darwin'ſchen Naturanſchauung zur allge—
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