Jahrgang 
1904
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welcher bis zur Auflöſung der Anſtalt verblieb, ab. Neben dem Lehrer, welcher den Vorbereitungsunterricht an der Anſtalt erteilte, war von Herbſt 1869 bis Frühjahr 1871 ein weiterer ſeminariſtiſch gebildeter Lehrer in Perſon des hieſigen Volksſchullehrers Gg. Glaſer an unſerer Anſtalt beſchäftigt.)

Dadurch, daß der Religionsunterricht ſtets in den Händen eines Pfarrvikars lag, war ein öfterer Wechſel in der Beſetzung dieſes Lehrfaches unvermeidlich. So wurde im Dezember 1869 der Pfarrvikar Klein von hier abgerufen, um eine Pfarrſtelle in Büdingen zu übernehmen.) Sein Nachfolger wurde der Pfarrvikar Chr. Groſch, der den Religions unterricht an der Anſtalt bis zu deren Auflöſung gab.

Die Privatrealſchule durchlebte in dem letzten Jahrzehnt ihres Be ſtehens eine vielbewegte Zeit. Denn daß nicht nur das politiſche Leben jener Dekade mit ſeinem hochgehenden Wellenſchlage auch in dem ſtillen Leben der Anſtalt zu verſpüren war, ſondern daß innerhalb dieſes Zeit abſchnittes die Schule trotz ihrer verzweifelten Anſtrengungen dem herr⸗ ſchenden Zeitgeiſte ſchließlich erliegen mußte, macht dieſen Zeitraum zu einem der intereſſanteſten in ihrer Geſchichte.

Als Privatunternehmen beſaß die Schule nämlich ein höchſt ſchätzens wertes Gut in ihrer Selbſtändigkeit, welche ihr Küchler innerhalb der ihm gezogenen Grenzen trotz der heftigen Angriffe ſeiner Gegner zu wahren ſuchte. Denn die Lehrfreiheit geſtattete den Lehrern die ungehinderte Entfaltung ihrer perſönlichen Eigenart und die offenherzige Vertretung einer freien Weltauffaſſung, vermöge deren ſie den Schülern, insbeſondere durch die Mitteilung neuer Errungenſchaften auf naturwiſſenſchaftlichem Gebiete, mannigfaltige AnreNuge darboten. Der friſche Zug, welcher daber zu jener Zeit das Leben dieſer Schule bewegte, verlieh dem Unterricht eine

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) Derſelbe hatte in Vertretung des erkrankten Mitpredigers den Unterricht in der erſten Mädchenklaſſe der hieſigen Volksſchule zu erteilen und wirkte gleich

zeitig auch an der Höheren Bürgerſchule. Im Jahre 1879 wurde er nach Dietzenbach

verſetzt, wo er bis 1884 verblieb. Von dort ſiedelte er nach Nauheim über, wo er als Lehrer der erſten Schulklaſſe bis zu ſeinem am 2 Februar 1903 erfolgten Ableben wirkte.

**) Dort wirkte er als dritter Pfarrer bis zum 9. April 1877. Von dieſer Zeit ab widmete er ſich dem Schuldienſt. Er war zunächſt am Gymnaſium zu Büdingen als Lehrer tätig, bis er in gleicher Eigenſchaft am 1. April 1884 an das Realgymnaſium zu Mainz verſetzt wurde. Er iſt vor kurzem in den Ruhe⸗ ſtand getreten.

***) Groſch wurde 1872 als Pfarroikar nach Kaſtel verſetzt, wo ihm am 14. März 1876 die dortige Irdtr definitiv übertragen wurde. Inzwiſchen zum Dekan gewählt, wirkt er dort noch z. Zt. in ſeinem Amte.

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