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welcher von Kelſterbach hierher verſetzt worden war. Im Laufe des folgenden Jahres ſollte die Anſtalt von einem ſchweren Verluſte betroffen werden; denn nach kurzer Krankheit verſchied am.11. Juli 1866 W. Gottſchild im Alter von 32 Jahren und wurde am 12. Juli unter herzlicher Anteilnahme der hieſigen Bürgerſchaft auf dem hieſigen Friedhofe beſtattet. Die Stätte, wo ſeine irdiſche Hülle zur letzten Ruhe gebettet wurde, bezeichnet ein ſchlichtes Denkmal.
Seine Stelle trat Gg. Friedr. Hertel aus Sonneberg(Sachſen⸗ Meiningen) an, welcher der Anſtalt bis zu ihrer Auflöſung angehörte. Ebenſo wie ſein Vorgänger, hatte ſich dieſer unter gänzlichem Verzicht auf eine Stellung im Staatsdienſte dem Privatſchuldienſte gewidmet. Da er alſo, ebenſo wie E. Franck, welcher beabſichtigte, ſpäter in die chemiſche Technik überzugehen, durch beſondere Verhältniſſe auf längere Dauer an Groß⸗Gerau gefeſſelt wurde, beeinträchtigte der in jener Zeit herrſchende Mangel an akademiſch gebildeten Lehrern die gedeihliche Entwickelung der Anſtalt nicht. Anders war es damals mit den ſeminariſtiſch gebildeten Lehrern beſtellt; denn ſie waren zu jener Zeit auf längere Dauer nicht an eine ſolche Schule zu feſſeln, weil ſie die Regierung alsbald zur Über— nahme erledigter Schulſtellen zwang. So wechſelte vom Jahre 1868 ab faſt in jedem Jahre der Lehrer, welcher an der Anſtalt den Vorbereitungs⸗ unterricht zu erteilen hatte. Im Herbſt 1868 trat P. Arnold von ſeiner ſeitherigen Stellung zurück, weil ihm die vierte Lehrerſtelle an der hieſigen Volksſchule übertragen worden war. Seinen Unterricht übernahm der Schulamtskandidat Philipp Volz aus Groß⸗Biberau, welcher nur bis zum Frühjahr 1869 an der Schule bleiben konnte, da ihn die Regierung zu anderweitiger Verwendung auserſehen hatte.“) Ihm folgte der Schulamts⸗ aſpirant F. W. Lautenſchläger aus Schaafheim. Im Herbſt 1870 mußte jedoch auch dieſer aus ſeiner Stellung aus dem gleichen Grunde wie ſein Vorgänger ausſcheiden.“) Er trat ſeine Stelle an den Lehramts⸗ kandidaten Oswald Kurz aus Lichtenau(Bezirksamt Aſchaffenburg),
*) Aus Rückſicht auf ſeine geſchwächte Geſundheit kehrte Volz in ſeine Heimat zurück, wo er als Privatlehrer tätig war. Hierauf erteilte er etwa ein Jahr lang Unterricht an der dortigen Volksſchule. Etwa im Jahre 1872 wandte er ſich dem Finanzfach zu, war Steuererheber in Groß-Biberau, Lauterbach, Mainz, Bingen. Nach längerer Wirkſamkeit an der Hauptſtaatskaſſe in Darmſtadt war er etwa zwanzig Jahre lang als Diſtriktseinnehmer in Dieburg tätig. Im Dezember 1901 trat er in den Ruheſtand und lebt ſeit dieſer Zeit in Darmſtadt.
**) Durch Dekret vom 31. Oktober 1870 wurde er auf die fünfte evang. Schulſtelle in Rüſſelsheim berufen. Dieſe verwaltete er bis zu ſeiner Verſetzung nach Fürfeld im Kreiſe Alzey am 3. Juni 1873. Am 1. Auguſt 1876 übernahm er eine Stelle am Haſſelſchen Inſtitut in Frankfurt a M. und trat am 1. April 1879 in den Dienſt der Stadt Frankfurt a. M. Seit dieſer Zeit iſt er Lehrer an der Souchay⸗Schule(Mittelſchule für Knaben und Mädchen).
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