Jahrgang 
1904
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geworden. Die Kinder, welche Schaffners Privatunterricht bisher genoſſen hatten, vanden in die Vorbereitungsanſtalt aufgenommen, die als dritte Klaſſe der Privatlehranſtalt angegliedert wurde. Ganzert mußte ſeinen Privatunterricht aufgeben, worüber derſelbe ſehr ungehalten war. Er hatte ſeit der Gründung der Anſtalt den Geſangunterricht an derſelben erteilt und gab auch eine Zeitlang zur Entlaſtung des einen der beiden anderen Lehrer Unterricht im Schön- und Rechtſchreiben. Infolge der Enttäuſchung, welche ihm damals bereitet worden war, entſagte er ſeiner Lehrtätigkeit an der Privatrealſchule.) Seinen Unterricht übernahm der Schulamtskandidat Georg Pohl aus Brensbach, der als Lehrer für die neuerrichtete Vorbereitungsſchule gewonnen worden war. Die vorgenommene Erweiterung der Privatlehranſtalt durch die Vorbereitungsſchule wurde von den verſchiedenſten Seiten bekämpft. Jedoch gleichen die Gründe, welche gegen dieſe Einrichtung geltend gemacht wurden, der Hauptſache nach den⸗ jenigen, welche heute noch gegen ſolche Schulgründungen ins Feld geführt werden. Kreisrat Dr. Werlé erklärte ſie als Vorſitzender der Kreisſchul⸗

kommiſſion für überflüſſig, weil die hieſige Volksſchule ſich in ſolch vor⸗ züglichem Zuſtand befände, daß auch durch ſie die nötigen Kenntniſſe zum Eintritt in eine höhere Lehranſtalt erworben werden könnten. Nichtsdeſto⸗ weniger gelang es dem Privatſchulverein, ſich die Genehmigung zur Er richtung einer ſolchen Vorſchule zu verſchaffen.

Im Herbſt 1863 unterwarf der Privatſchulverein ſeine bisherigen Satzungen einer Umarbeitung, bei welcher auch der Lehrplan der Anſtalt den veränderten Verhältniſſen entſprechend eine Umgeſtaltung erfuhr. In ihrer neuen Form wurden ſie in Druck gegeben. Aus dieſen iſt zu ent nehmen, daß der Privatſchulverein zunächſt ſelbſt über ſehr gut geregelte Verhältniſſe verfügte, und daß auch die Einrichtung der von ihm unter baltenen Schule den weitgehendſten Anforderungen entſprach.

In den nächſten Jahren vollzogen ſich wiederum einige Veränderungen im Lehrkörper der Schule.

Infolge ſeiner Ernennung zum Pfarrvikar in Königſtädten mußte der ſeitherige Pfarrvikar Kalbhenn im Jahre 1865 ſeine Tätigkeit als Religionslehrer an unſerer Schule aufgeben und an ſeine Stelle trat der Pfarrvikar Theodor Klein aus Eudorf. Ebenſo wurde 1865 Po H ln) von ſeiner Stelle abberufen. Sein Nachfolger wurde Peter Arnold,

*) Eduard Ganzert war bis zum 28. November 1883 als Lehrer an der hieſigen Volksſchule tätig. Am 18 Auguſt 1882 feierte er ſein 50jähriges Dienſtjubiläum. Er ſtarb am 21. Juli 1891 im Alter von 78 Jahren.

**) Derſelbe war von Oſtern 1865 bis 1. November 1865 zu Neunkirchen i. O von 1Sg bis 1870 in Niederflorſtadt bei Friedberg, von 1870 bis 1871 in O Oberrad bei Frankfurt a. M., von 1871 bis 1. Oktober 1902 an der Glauburgſchule zu Frankfurt a. M. als Lehrer tätig. Seit dieſer Zeit lebt er daſelbſt im Ruheſtand.

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