Küchlers Gegnern geworden waren. Sie vereinigten ſich zu einer Ein⸗ gabe, in der ſie ſowohl über die ſeitherige Leitung, als auch über die Lehrkräfte und-erfolge bei der Großh. Kreisſchulkommiſſion Klage führten, denn die Privatſchule entbehre„der ebenſo notwendigen, als nützlichen Oberleitung und Oberaufſicht der kompetenten Behörde“. Dieſe Eingabe ſchließt mit einem Geſuch der betreffenden Einwohner, es möge anſtatt der ſeitherigen Privatſchule eine zweckentſprechende Fortbildungsanſtalt unter der Leitung und Aufſicht der Regierung in Groß⸗Gerau errichtet werden. Dieſes Schriftſtück“) gelangte hierauf zur weiteren amtlichen Behandlung an den Dekan Clotz(Groß-Gerau), Pfarrer Heymann(Dornheim) und Pfarrer Fink(Bauſchheim), welche damals der Kreisſchulkommiſſion angehörten. Ihre Gutachten befinden ſich heute noch bei den Akten unſerer Anſtalt. Aus denſelben iſt zu erſehen, daß die für die neu zu errichtende Schule in Vorſchlag gebrachte Einrichtung in allen weſentlichen Punkten mit derjenigen übereinſtimmte, welche die ſeitherige Privatſchule bereits beſaß. Nur erwogen ſie die Möglichkeit, die Anſtalt unter die Aufſicht einer Behörde zu ſtellen, den Lehrern eine geſicherte Lebensſtellung zu bieten und die Schüler in zweckmäßigeren Räumen unterzubringen. Die Unter⸗ handlungen, welche dieſerhalb mit der Regierung drei Jahre hindurch geführt worden ſind, laſſen erkennen, daß es dort an dem nötigen Intereſſe für eine derartige Gründung nicht fehlte, allein außer„Rückſicht, Teilnahme und Aufmerkſamkeit“ war keine weitere Unterſtützung von ſeiten des Staates zu erwarten. Insbeſondere lehnte ſie das Anſinnen, es möge, um der Anſtalt nur tüchtige Lehrer zuzuführen und auf einige Dauer zu erhalten, denjenigen, welche nach abgelegter Staatsprüfung an einer ſolchen Anſtalt wirken, die hier zugebrachte Zeit als Dienſtzeit bei der Feſtſetzung ihrer Beſoldung in Anrechuung gebracht werden, ab. Auch das Intereſſe, das die Gemeinde dem geplanten Unternehmen entgegenbrachte, berechtigte die Bittſteller von vornherein zu Erwartungen. Sie hätte für die Beſchaffung geeigneter Schulräume ſorgen ſollen, allein ſie erbot ſich wohl, ſolche zur Verfügung zu ſtellen, aber nur unter der Bedingung, daß dieſelben ſofort geräumt würden, wenn das Wachstum der Volksſchule deren Inanſpruch⸗ nahme erfordern würde. Unter ſolchen Umſtänden war alſo auch die Möglichkeit, der neuen Schule ein dauerndes Unterkommen zu verſchaffen, ausgeſchloſſen.
Nach langwierigen Unterhandlungen mußte das Unternehmen, für welches die Sparkaſſe in Groß-Gerau einen jährlichen Zuſchuß von 600 Gulden in Ausſicht genommen hatte, aufgegeben werden.
*) Dasſelbe iſt unterzeichnet: 1) von Landgerichtsaſſeſſor von Herff, ) Sektionsingenieur Weiß, 3) Bauaufſeher Kehr, 4) Rentamtmann Riedel, ) Bürgermeiſter Bambach, 6) Buchdruckereibeſitzer Mock.
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