Jahrgang 
1904
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nehmen ein großes Intereſſe zu und widmete demſelben einen großen Teil ſeiner freien Zeit. Denn er konnte von jetzt ab nur zehn Stunden in der Woche übernehmen, wofür er eine jährliche Vergütung von 100 Gulden empfing. Auch der Reallehrer Becker ließ ſich für das neue Unternehmen gewinnen. Freilich mußte er neben den ſeinigen eine Reihe anderer Lehrgegenſtände, welche Mitprediger Ritſert früher unterrichtet hatte, übernehmen. Sein früheres Gehalt von 400 Gulden wurde etwas berabgeſetzt, allein er wurde dadurch entſchädigt, daß ihm der Gaſtwirt Leidhecker, ſpäter Bürgermeiſter, in ſeinem Hauſe freie Wohnung und Verpflegung gab, wofür er deſſen Kindern beſonderen Unterricht erteilen mußte.

Lehrer Ganzert, welcher an der eingegangenen Anſtalt Geſangs unterricht abhielt, behielt denſelben auch an der neuen Privatſchule bei.

Als Schulzimmer hatte Mitprediger Ritſert dem Privatſchulverein ein kleineres Zimmer in ſeiner Dienſtwohnung gegen einen jährlichen Mietpreis von 20 Gulden überlaſſen.

Über die Zahl der Schüler liegen leider keine Mitteilungen vor, indeſſen dürfte man in der Annahme nicht irre gehen, daß der Beſuch der neuen Schule demjenigen der alten nicht nachſtand.

Die Geldmittel zur Auszahlung der Gehälter, zur Beſchaffung von Lehrmitteln und zur Beſtreitung der anderweitigen Bedürfniſſe der Anſtalt

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wurden durch monatliche Beiträge von den Vereinsmitgliedern erhoben.

Obgleich die neue Anſtalt nicht nur die Zwecke, ſondern auch die Einrichtungen der alten Schule beibehielt, ſo mußten doch im Laufe der folgenden Jahre eine Reihe von Anordnungen getroffen werden, um die Nachteile, welche durch die ungleichmäßige Vorbildung der eintretenden Schüler verurſacht wurden, zu beſeitigen. Damit demnach zunächſt eine Bürgſchaft geſchaffen würde, daß die aufzunehmenden Zöglinge die er forderliche Reife zum erfolgreichen Beſuch der Anſtalt hätten, wurde am 29. Juni 1853 beſchloſſen, daß dieſelben ſich vor ihrem Eintritt einer Prüfung durch die Lehrer der Anſtalt zu unterziehen hätten. Um den Lehrern bei der Vorbereitung ſolcher Schüler, die zum Eintritt in die Schule beſtimmt waren, ein feſtes Ziel zu bieten, ſetzte der Verein am 23. Februar 1857 ein durch einen Lehrplan genau beſtimmtes Maß von Vorkenntniſſen feſt, welches in der Eintrittsprüfung nachgewieſen werden mußte. Es wurde dabei noch der weitere Zweck verfolgt, jeden Schein einer Willkür bei der Abhaltung der Aufnahmeprüfungen durch die Lehrer der Anſtalt zu vermeiden.

Mit dem Beginn der 50Oer Jahre traten in dem kleinen Lehrkörper der Schule mancherlei Veränderungen ein.

Zunächſt verließ anfangs des Jahres 1850 W. F. Becker nach etwa dreijährigem Aufenthalt Groß⸗Gerau und ſiedelte an ein ähnliches