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Höhere Brivatrealſchule. (1848—1871.)
Aſt dem Untergang der Höheren Bürgerſchule war keineswegs das
zöohiäiſtits nach einer ſolchen Lehranſtalt in unſerem L Landſtädtchen erloſchen. Diejenigen Eltern, die nach wie vor ihren Kindern die Gel legenheit zum Beſuch einer höheren Schule geben wollten, ſchreckten nicht vor den vermehrten Opfern zurück, welche ihnen der Stadtvorſtand durch die Vor⸗ enthaltung ſeines Zuſchuſſes aus der Gemeindekaſſe auferlegte. Sie bildeten ſofort eine Körperſchaft zur gemeinſamen Errich htung und Unterhaltung einer Privatſchule. An die Spitze derſelben trat der Landrichter Karl Becker, die Führung des Rechnungsweſens wurde dem Aktuar Borngäſſer übertragen. Es wurden ſof fort die nötigen Schritte eingeleitet, um für das neue Unternehmen die behördliche Genehmigung zu erwirken. In einer Eingabe vom 11. Auguſt 1848 wandten ſich die Mitglieder des neu⸗ gegründeten Privatſchul-Vereines mit einem diesbezüglichen Geſuch an den Ortsſchulvorſtand, welcher dasſelbe zur weiteren amtlichen Behandlung der Bezirksſchulkommiſſion überwies. Durch deren Vermittelung wurde den Bittſtellern“) durch eine Zuſchrift vom 11. Oktober die nachgeſuchte Er⸗ laubnis zu teil.
Wie ein Phönir aus der Aſche, ſo entſtieg aus den Trümmern der alten die neue Schule, die ſofort ins Leben treten konnte; denn ſie über⸗ nahm von jener nicht nur das„Programm“, ſondern auch die Lehrer und die Schüler.
Was die Lehrer betrifft, ſo war den an der eingegangenen Schuler beſchäftigt geweſenen Volksſchullehrern die Erlaubnis gegeben worden, an der neugegründeten Anſtalt Aushilfe zu leiſten, inſoweit dies unbeſc hadet ihrer Wirkſamkeit an den Volksſchulen geſchehen könne. Obgl eich daher der Mitprediger Ritſert wieder in ſein früheres Verhältnis bei Auflöſung der Schule hatte zurücktreten müſſen, ſo wandte er doch dem neuen Unter⸗
*) Landrichter Becker, Aktuar Born gäſſer, Handelsmann Chelius, Weinhändler Lahr, Kreisſekretär Küchler, Steuererheber Greifenſtein, Gaſtwirt J. A. Leidhecker u. a. m.


