Jahrgang 
1881
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erhielt am 15. Auguſt 1878 das Patent als Secondlieutenant der Reſerve im Großh. Heſſiſchen Feld⸗ Artillerie⸗Regiment Nr. 25. An der Realſchule zu Oppenheim abſolvirte er ſein Probejahr und wurde im April 1879 definitiv zum Lehrer an dieſer Anſtalt ernannt. Seit dem 1. Oktober 1880 iſt er an der Realſchule zu Gießen thätig.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 14. Auguſt wurde ferner der frühere proviſoriſche Reallehrer Dr. Ernſt Scheuermann definitiv zum Lehrer an hieſiger Anſtalt ernannt.

Dr. Ernſt Scheuermann, geb. zu Birkenau am 31. Oktober 1856, Sohn des Lehrers Scheuer⸗ mann daſelbſt, beſuchte die Bender'ſche Lehranſtalt zu Weinheim bis zu ſeinem 15. Lebensjahre und darauf ein Jahr die Ober⸗Prima des Gymnaſiums zu Bensheim, woſelbſt er im Herbſt 1872 das Ma⸗ turitätsexamen abſolvirte. Nachdem er 3 Jahre in Gießen Mathematik, Phyſik und Chemie ſtudirt hatte, beſtand er im Frühjahr 1877 die Staatsprüfung. Seit Herbſt deſſelben Jahres proviſoriſch an der Real⸗ ſchule zu Gießen verwandt, wurde er, nachdem er vom Herbſt 1879 bis dahin 1880 ſeiner Militärpflicht genügt hatte, am 14. Auguſt definitiv angeſtellt.

Am 23. Auguſt fand unter Vorſitz des Herrn Geh. Ober⸗Schulraths Becker eine außerordentliche Maturitätsprüfung ſtatt, welche 7 Abiturienten beſtanden. Mit Ende des Sommerhalbjahres ſchieden die beiden Acceſſiſten Karl Nagel und Chriſtoph Vogel nach Beendigung ihres Probejahres aus dem Lehrerkollegium aus. Erſterer übernahm die Stelle eines Vorſtehers und erſten Lehrers an der er⸗ weiterten Volksſchule zu Grünberg, letzterer wurde Lehrer an der Realſchule zu Groß⸗Umſtadt. Mit Beginn des Winterhalbjahres trat der Gymnaſial⸗ und Reallehramtsacceſſiſt Karl Koſt aus Offenbach, nachdem er während des Sommers ſich in Gießen für Mathematik, Phyſik und Zoologie die volle facultas erworben hatte, ſein Probejahr an der Realſchule an.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. Oktober wurde Kollege Bayrer auf Nachſuchen wegen Krank⸗ heit in Ruheſtand verſetzt. In ihm hat die Realſchule einen unermüdlich fleißigen, tüchtigen Lehrer ver⸗ loren, der ſtets die Achtung und Liebe ſeiner Kollegen und Schüler beſeſſen hat. Mit der Vertretung Bayrers, der ſchon ſeit Beginn des Sommerhalbjahres beurlaubt war, wurde der Großherzogliche Bau⸗ acceſſiſt Müller zu Gießen beauftragt.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 28. December wurde der ſeitherige proviſor iſche Reallehrer Franz Schwabe definitiv angeſtellt.

Franz Schwabe, geb. am 28. Mai 1854 zu Friedberg, Sohn des Profeſſors und Direktors am dortigen Predigerſeminar, Franz Schwabe, beſuchte die Realſchule zu Friedberg, alsdann das Gymnaſium zu Darmſtadt, beſtand im Herbſt 1872 die Maturitätsprüfung und widmete ſich auf den Univerſitäten Jena, Göttingen und Gießen dem Studium der Theologie. Nachdem er der Militärdienſt⸗ pflicht Genüge geleiſtet und Oſtern 1877 die theologiſche Fakultätsprüfung beſtanden, bezog er das Se⸗ minar zu Friedberg und abſolvirte im Sommer 1878 in Darmſtadt das theologiſche Staatsexamen. Nach halbjähriger Verwendung als Pfarrvikar zu Butzbach wurde er Oſtern 1879 mit der proviſoriſchen Ver⸗ waltung einer Lehrerſtelle an der Gießener Realſchule beauftragt, in welcher Stellung er am 28. Decem⸗ ber 1880 definitiv beſtätigt wurde. Er iſt ſeit December 1878 Secondlieutnant der Reſerve im 2. Großh. Heſſiſchen Infanterieregiment Nr. 116.

Laut Bekanntmachung des Reichsamtes des Innern vom 6. Oktober 1880 iſt die Großh. Realſchule zu Gießen als Realſchule I. Ordnung in das Verzeichnis der⸗ jenigen Lehranſtalten aufgenommen worden, bei welchen der einjährige, erfolg⸗ reiche Beſuch der Sekunda zur Darlegung der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt genügt. Ebenſo ſind derſelben, und zwar mit Wirkung vom 20. März 1880, auch alle übrigen Berechtigungen verliehen worden,