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eine 25 jährige treue und gewiſſenhafte Tätigkeit an unſerer Anſtalt zurückblicken. Der Referent der Anſtalt, Herr Staatsrat Block, beglückwünſchte den ihm aus ſeiner Tätigkeit am Realgym⸗ naſium perſönlich bekannten treuen Beamten in einem Privatbrief. Den Glückwunſch der Anſtalt empfing der Jubilar vor verſammeltem Kollegium, das ihm zugleich eine kleine Erinnerungsgabe überreichte.
5. Beſichtigungen und Prüfungen. Am 8. Juli nahm der Hochwürdigſte Herr Biſchof von Mainz eine Viſitation des katholiſchen Religionsunterrichts vor.— Der Referent der Anſtalt, Herr Staatsrat Block, beſuchte die Anſtalt an 3 Tagen.— Unſere Ober⸗ primaner unterzogen ſich der mündlichen Reifeprüfung am 1. März unter dem Vorſitz des Direktors; alle Prüflinge konnten für reif erklärt werden. Von 4 Nichtſchülern beſtanden am 14. März 3 die Reifeprüfung. Im Laufe des Jahres fanden noch Ergänzungs⸗ prüfungen ſtatt in Latein und Engliſch, an der ſich 3 Volksſchullehrer mit Erfolg beteiligten, und Prüfungen in Latein für 5 Studierende des Forſtfaches und der Medizin ſowie eine Reifeprüfung für 1 Auslandsdeutſchen als Nichtſchüler.
6. Schulfeierlichkeiten. Der feierliche Abſchied des ſeitherigen und die Einführung des neuen Direktors wurden bereits oben erwähnt.— Den Landesjugendtag(24. 6.) feierten die einzelnen Schulen Gießens durch Spaziergänge und Spiele. Dagegen wurden die Reichs⸗ jugendwettkämpfe am 12. September in der Volkshalle zu einem größeren gemein⸗ ſamen Feſte aller Schulen ausgeſtaltet, zu dem auch Eltern und Freunde der Jugend ſowie Vertreter der ſtädtiſchen Behörden erſchienen waren. Alle Anſtalten trugen zur Vortrags⸗ folge bei; eine Schülergruppe des Realgymnaſiums zeigte durch Hindernisturnen am Barren,„daß der Turner auch Mut und Geſchicklichkeit aufbringen muß“.(Oberheſſ. Volksz.) Die ganze Ver⸗ anſtaltung war in den Dienſt des Jugendherbergwerkes geſtellt, dem auch der Feſtvortrag des Studienrats Dr. Flörke von der Oberrealſchule galt und dem auch der erzielte Ueberſchuß zugute kam. Die eigentlichen Wettkämpfe waren bereits am 6. und 7. September ausgetragen worden.— Gum 10. Male jährte ſich am 28. 6. 1929 der Tag der Unterzeichnung des Vertrags von Verſailles. Auf ſeine Entſtehung, ſeinen Inhalt und ſeine Bedeutung für das politiſche, wirtſchaftliche und kulturelle Leben des deutſchen Volkes wurde im Geſchichtsunterricht der einzelnen Klaſſen hingewieſen. Im Auftrag des Kultusminiſteriums konnten wir als Geſchenk des Arbeits⸗ ausſchuſſes deutſcher Verbände in Berlin an 73 Schüler je 1 Stück der von dem Arbeiterdichter Karl Bröger verfaßten Schrift„Verſailles“ übermitteln.— Am 16. Auguſt begingen wir nachträg⸗ lich die Verfaſſungsfeier. Herr Studienrat Dr. Heußel machte ſich Artikel 155 der Reichs⸗ verfaſſung—„Jedem Deutſchen eine geſunde Wohnung“— zum Gegenſtand ſeiner gehaltvollen Feſtrede. Die von dem Herrn Miniſter für K. und B. zur Verfügung geſtellte, von der Reichs⸗ regierung zum 10. Jahrestag der Verfaſſung veranlaßte Erinnerungsſchrift„Deutſche Einheit— Deutſche Freiheit“ wurde während der Feier dem Oberprimaner Wagner durch den Direktor über⸗ reicht.— Als am 4. September gegen Ende der 1. Stunde durch das Wunder der drahtloſen Sendung bekannt wurde, daß das andere Wunder menſchlichen Schöpferwillens, das Luftſchiff „Graf Zeppelin“ nach glücklich beendeter Weltreiſe im heimiſchen Hafen lande, brachen wir den Unterricht ab und verſammelten die Schüler im Singſaal. In kurzen Worten wies der Direktor auf die weltgeſchichtliche Bedeutung dieſer Großtat hin.— Zum Gedächtnis unſerer Toten und der Gefallenen des Weltkriegs verſammelten wir uns am 23. November; die ein⸗ drucksvolle Gedenkrede hielt Herr Studienrat Dr. Buß.— Mit dem Elternabend am 7. März verbanden wir die feierliche Entlaſſung der Abiturienten und eine durch Herrn Oberreallehrer Hebermehl veranlaßte wohlgelungene Ausſtellung von Schülerzeich⸗ nungen. Bis auf den letzten Platz war unſere Turnhalle von Eltern und Angehörigen unſerer Schüler gefüllt. Einige Lieder des Chors, Konzertſtücke des Schülerorcheſters unter Leitung von Herrn Oberreallehrer Blaß und das Gießener Lokalſtück„Spenglermeiſter Bimbächer“ bildeten die recht gut durchgeführte und dankbar aufgenommene Vortragsfolge. Der Entlaſſungsanſprache legte der Direktor das Goethewort zu Grunde:„Wer fertig iſt, dem iſt nichts recht zu machen; ein Werdender wird immer dankbar ſein.“— Den Tag des Buches, der im vorigen Jahr zum Goethe⸗Tag(22. März) eingeſetzt wurde, begingen wir dieſes Mal, unter das Thema„Jugend und Buch“ geſtellt, in der letzten Unterrichtsſtunde des 22. März als„Stunde des Buches“.
7. Sonſtige Veranſtaltungen. Auch in dieſem Schuljahr fehlte es nicht an Belehrungen und Anregungen außerhalb des planmäßigen Unterrichts. So beſuchten alle Klaſſen am 2. Mai Hagenbecks Tierwelt, am 5. Juni die oberen Klaſſen die vom Volkshallenverein und dem Deut⸗ ſchen Hygiene⸗Muſeum Dresden in der Volkshalle gebotene Ausſtellung„Der Menſch“. Am 19. Juni hielt uns der Phyſiker Liebetrau einen ſehr lehrreichen Experimental⸗Vortrag über„Flüſ⸗


