Jahrgang 
1933
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Das Pädagogiſche Seminar.

Am Anfang des Schuljahres verließen nach Beendigung ihres Seminarjahres die Anſtalt Dr. Karl Becker, Karl Criſpens, Hans Frieß die beiden letzten traten zur Ableiſtung ihres Probejahres an das hieſige Realgymnaſium, Dr. Becker an die Oberrealſchule über. Studien⸗ referendar Karl Schäfer, der gleichfalls ſein Seminarjahr beendet hatte, verblieb auch im Probe⸗ jahr an der Anſtalt. Es traten in das Pädagogiſche Seminar neu ein die Studienreferendare Wilhelm Loh aus Gießen, ehemaliger Schüler der Anſtalt, und Otto Zöller aus Hauſen bei Gießen; Loh verließ uns aber ſchon Ende Mai wieder, um eine Stelle bei den Leitzſchen Werken zu Wetzlar anzunehmen. Im Sommerhalbjahr nahmen die Studienreferendare der Studienanſtalt Albert Dienſt, Paul Grobe, Theo Kühlein, Max Kehrmann weiter an der Turnausbildung unſeres Pädagogiſchen Seminars teil. Zum Herbſt traten folgende Veränderungen ein: Die Studienreferendare Bardong und Dr. Bettermann gingen nach Beendigung ihres Probejahres an das hieſige Realgymnaſium zur freiwilligen Dienſtleiſtung, nach Beendigung ihres Seminarjahres gingen zur Ableiſtung ihres Probejahres Studienreferendar Roth an das Gymnaſium zu Mainz, Studienreferendar Knab an das hieſige Realgymnaſium, der aber weiterhin dankenswerten Hilfsdienſt an der Verwaltung unſerer Lehrbücherei leiſtet. In das Pädagogiſche Seminar wurden neu aufgenommen die Studienreferendare Willi Fink aus Offen⸗ bach, Franz Fiſcher aus Waldmichelbach, Robert Götz aus Heingründau und Grete Roſenberger aus Gießen, eine ehemalige Schülerin der Anſtalt. Der Studienreferendar Wilhelm Weis vom Pädagogiſchen Seminar der Oberrealſchule nahm teil an dem lateiniſchen Fachſeminar und wurde in den Lateinunterricht der Anter⸗ und Mittelſtufe eingeführt.

In der theoretiſchen Unterweiſung gab es folgende Anderungen und Erweiterungen: Im Hauptſeminar wurde ein Kurs für die im Probejahr befindlichen Referendare eingerichtet, er ſoll künftig wöchentlich zweiſtündlich im ganzen Jahr durchgeführt werden. Das altſprachliche Fachſeminar hat nun der Anterzeichnete ganz abgegeben, es wird in Zukunft von den Studien⸗ räten Dr. Fiſcher und Dr. Wolkewitz im Wechſel geleitet. Auch das deutſche Fachſeminar hat der Anterzeichnete an Studienrat Dr. Buß abgegeben. Neu eingerichtet wurde ein mathemat. Fachſeminar unter Studienrat Dr. Röder und ein phyſikal. unter Studienrat Schelhorn.

Am 12. und 13. September wurde die Staatsprüfung der Studienreferendare Bardong, Dr. Bettermann, Fiſcher, Dr. Kallenbach, Dr. Rink, Walter, Weiß, Dr. Zeitz durch die mündliche Prüfung am Pädagogiſchen Seminar abgeſchloſſen, diejenige der Studienreferendare Dr. Becker, Criſpens, Frieß und Schäfer am 27. März 1933. Alle Referendare beſtanden die Prüfung.

Aus dem Schulleben.

Am 15. Mai 1932 betrug die Schülerzahl 227, 12 mehr als im Vorjahr, darunter 15 Mädchen. Der Anſtieg hat ſich alſo, wie erwartet, fortgeſetzt.

. Der Anterprimaner Fritz Lenz Am 5. Juli ſtarb der Anterprimaner Fritz Lenz nach jahrelangem, mit großer Geduld getragenem Leiden. Die Schule hat durch ſeinen Heimgang einen begabten, hoffnungsvollen,

durch ſein Leiden früh gereiften Schüler verloren, der durch ſein unverdroſſenes, pflichtbewußtes, gerades und aufrechtes Verhalten ſeiner Klaſſe ein Vorbild war. Bei dem Begräbnis wirkte der Schülerchor mit, für die Anſtalt ſprach Prof. D. Dr. Frhr. v. Gall, ſür die Klaſſe der Anterprimaner Helmut Schönewolf Worte des Abſchieds.