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5. Reallehrer: Oberreallehrer Heinrich Blaß, Großen⸗Linden; Reallehrer Adolf Et, Schiffenberger Weg 17.
6. Hilfslehrer: Dr. David Sander, Provinzialrabbiner, Landgrafenſtraße 8; Pfarr⸗ verwalter Friedrich Chriſtgen, Liebigſtraße 28.
Mit Beginn des Schuljahres traten die beiden Oberſtudienräte Profeſſor Hermann Oßwald und Profeſſor Dr. Karl Bernbeck auf Grund des§ 4 der Dritten Heſſiſchen Notverordnung zur Sicherung der Haushalte von Ländern und Gemeinden vom 3. Nov. 1931 in den Nuheſtand. Sie hatten freiwillig um dieſe Ruheſtandsverſetzung unter günſtigeren Bedingungen nachgeſucht, um bei dem bevorſtehenden Abbau von planmäßigen Stellen an den höheren Lehranſtalten den dabei bedrohten jüngeren Amtsgenoſſen nach ihren Kräften eine Erleichterung zu ſchaffen. Beiden langjährigen Mitgliedern des Lehrkörpers ſchulden die von ihnen betreuten Schüler ſowie der Lehr⸗ körper für ihre hingebende, erfolgreiche Tätigkeit und allezeit bereitwillige Mitarbeit den größten Dank.
Hermann Oßwald, geb. am 10. Dezember 1868 zu Büdingen, Sohn des Gymnaſiallehrers Dr. Karl Oßwald, beſtand Oſtern 1886 die Reifeprüfung am Wolfgang⸗Ernſt⸗Gymnaſium zu Büdingen, beſuchte die Ani⸗ verſitäten zu Gießen und Berlin, beſtand ſeine wiſſenſchaftliche Prüfung im Frühjahr 1801 zu Gießen in Latein, Griechiſch, Geſchichte und Deutſch, beſuchte das Pädagogiſche Seminar am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt, wurde dann am Gymnaſium zu Laubach verwendet und dort am 11. Mai 1898 angeſtellt, wo er Oſtern 1907 den Profeſſortitel erhielt. Oſtern 1900 wurde er an das Realgymnaſium und die Oberrealſchule zu Gießen und Oſtern 1910 an das Landgraf⸗Ludwigs⸗Gymnaſium verſetzt. Hier wurde er zum Oberſtudienrat mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 ernannt.— Seiner einjährigen Dienſtpflicht genügte er vom Frühjahr 1891 bis 1892, im Krieg war er vom Auguſt 1914 bis Mai 1916 als Hauptmann der Landwehr im Inlandsdienſt verwendet.
Karl Bernbeck, geb. am 30. März 1868 zu Lehrbach, Kreis Alsfeld, Sohn des Rentmeiſters Guſtav Bernbeck, beſtand am Gymnaſium zu Laubach die Reifeprüfung, ſtudierte in Gießen und Marburg und errang in ſeiner wiſſenſchaftlichen Prüfung zu Gießen im Jahre 1893 die Lehrbefähigungen in Latein, Griechiſch, Deutſch, Geſchichte und Geographie. Er beſuchte das Pädagogiſche Seminar zu Gießen vom Herbſt 1893 bis 1894, war dann am Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium zu Darmſtadt als Volontär tätig, in Verwendung an der Realſchule zu Bingen, wurde nach einer einjährigen Beſchäftigung in einer Privatſtelle 1897 nach Rimbach im Odenwald als Leiter der höheren Bürgerſchule berufen. Seit Oktober 1890 befand er ſich am Gymnaſium zu Gießen, an dem er bis zu ſeiner Ruheſtandsverſetzung, alſo 32 ½ Jahr, tätig war. Planmäßig angeſtellt wurde er am 1. April 1900, Profeſſor am 1. April 1900, Oberſtudienrat am 1. Oktober 1928. Im Pädagogiſchen Seminar der Anſtalt hat er lange Jahre das Geographiſche Fachſeminar geleitet.— Ein beſonderes Verdienſt um die Pflege der klaſſiſchen dramatiſchen Kunſt erwarb er ſich durch die Gründung einer Freilichtbühne am Georgstempel unter dem Schiffenberg im Jahre 1909, die dann 1914 durch die von der Stadt hergerichtete Waldbühne erſetzt wurde. Bis zum Jahre 1928 ſtand die Freilichtbühne unter ſeiner Leitung, auf der nach ſeiner programmatiſchen Erklärung„nur wurzelechte, kerndeutſche Stücke“ zur Aufführung kommen ſollten. Als Darſtellende nahmen auch zahlreiche Schüler und Schülerinnen der hieſigen höheren Lehranſtalten teil⸗
Studienrat Prof. Dr. Gundel war auch in dieſem Jahre zur Dienſtleiſtung an der Aniverſität beurlaubt und wurde von Studienrat Heß weiter vertreten.
Am 1. April 1932 wurde Studienrat D. Dr. Freiherrv. Gall zum Oberſtudienrat ernannt.
Studienrat Dr. Blank wurde infolge des politiſchen Amſchwungs mit Wirkung vom 15. März 1933 ins heſſ. Kultusminiſterium als Referent für das höhere Schulweſen berufen. Dr. Blank war an der Anſtalt ſeit 12. Juni 1920 tätig. Er wurde hier am 12. Juni 1920 zum Lehramtsaſſeſſor und mit Wirkung vom 16. April 1921 zum Oberlehrer ernannt und damit plan⸗ mäßig angeſtellt. Er hat an der Anſtalt den naturkundlichen und geographiſchen Anterricht, auch Mathematik erteilt; im Pädagogiſchen Seminar hat er Schulgeſundheitslehre vorgetragen und das geographiſche Fachſeminar geleitet. Durch ſeine Abberufung hat die Anſtalt einen allgemein be⸗ liebten und geachteten Amtsgenoſſen und Lehrer verloren. Wir wünſchen ihm in ſeiner neuen Stellung die beſten Erfolge und volle perſönliche Befriedigung.
Direktor und Lehrkörper haben auch im abgelaufenen Schuljahr von Behörden, Vereinen und ſonſtigen Körperſchaften die mannigfachſten Einladungen erhalten, für die insgeſamt hier ge⸗ dankt ſei. Zum 25 jährigen Jubiläum des Stadttheaters hat der Anterzeichnete namens der hieſigen höheren Schulen ein Begrüßungs⸗ und Dankſchreiben an das Theater gerichtet, das in der Feſtſchrift abgedruckt iſt.


