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junge Obleute in Bensheim zu Oſtern, am Reichsobleutetreffen in Goslar zu Herbſt nahm der Oberprimaner Loos als Vertreter der Ortsgruppe teil. Die Schulgruppe gehört zur neugegründeten Arbeitsgemeinſchaft der Gießener Jugend⸗ und Schulgruppen und entſendet in dieſe 4 Vertreter.
Auch in dieſem Jahre wurden unter den Schülern Wohlfahrtsmarken zur Unterſtützung der deut⸗ ſchen Nothilfe abgeſetzt. Studienrat Dr. Blank, der ſich wiederum dieſer Sache angenommen hatte, konnte 141,40 R.⸗Mk. an das ſtädtiſche Wohlfahrtsamt einliefern.
Verſchiedenes.
Geheimrat Sachſe, der Vertreter des Reichsſparkommiſſars, war am 21. Juni in der Anſtalt und ver⸗ handelte mit dem Direktor über Erſparnismöglichkeiten.
Die Abiturienten des Jahres 1899 beſuchten die Stätte ihrer Schulerinnerungen am 3. März. Sie wurden von dem Direktor, Oberſtudienrat Prof. Oßwald und den Studienräten Schelhorn und Röder begrüßt. Auch ihre ehemaligen Lehrer Miniſterialrat Dorfeld und Univerſitätsprofeſſor Dr. Meſſer waren erſchienen.
Durch das Entgegenkommen des Stadtſchulamts wurde dem Ddirektor die Gelegenheit gegeben, mit den beiden Referendaren in der Goetheſchule an dem Unterricht in zwei Grundſchulklaſſen und einer achten Klaſſe teil⸗ zunehmen. Rektor Reul zeigte den Referendaren außerdem die intereſſanteſten Teile des Schulgebäudes(natur⸗ kundlicher Lehrſaal und die dazugehörigen Sammlungsräume, Zeichenſaal, Räume für Werhkunterricht, Speiſungs⸗ räume, Waſchräume, Turnſaal). Der Beſuch war ſehr anregend und belehrend.
Die Erneuerung der Schülerbüchereien nahm dank des Sonderbeitrags, den uns die Elternſchaft bewilligt, auch in dieſem Jahr einen erfreulichen Fortgang. Hier halfen auch zahlreiche Stiftungen durch die Schüler nach. Der Sonderbeitrag hat uns auch in den Stand geſetzt, den durch die Abiturienten der Jahre 1895 und 1896 geſtifteten Fonds zur Unterſtützung bedürftiger Schüler, ſowie den Fonds zur Errichtung eines Ehrenmals für die im Welthkrieg gefallenen Lehrer und Schüler der Anſtalt zu verſtärken ſowie in Einzelfällen den Schülern Unterſtützungen zu gewähren.
Die Anſtalt kann auch in dieſem Jahre wieder für wertvolle Schenkungen danken. Aus dem Nach⸗ laß des Herrn Fabrikanten Throm wurden unſerer biologiſchen Sammlung durch den Enkel, Schüler der OlIII, eine Anzahl ſeltener Waſſervögel zugeführt. Frau Medizinalrat Dr. Zinßer ſtiftete einen Röntgenſchrank mit Zu⸗ behör, Landgerichtsrat Hirſch 20 Kosmosbändchen der Schülerbücherei der Prima, die Firma Bette einen Vorhang, die Engelapotheke den Oſtdeutſchen Heimatkalender mit 5 Päckchen Anſichtspoſtkarten, der Abiturient Chambré phyſik. Apparate, der Unterſekundaner Lenth die Radiozeitſchrift, die Unterſekundaner Aubin, Brüning und Reu⸗ ning das nach der Beſchreibung in Homer gefertigte Handfloß des Odyſſeus.
In der Nacht vom 24./25. April wurde in das Direktorzimmer eingebrochen. Es fehlte nur ein Sicherheitsſchlüſſel der Lehrerbücherei. Der Täter blieb unentdeckt.
Bekanntmachungen und Mitteilungen an die Eltern.
Es beſteht an der Anſtalt eine Elternvereinigung. Die Geſchäfte leitet der Eltern⸗ rat, deſſen Vorſitzender Aniverſitätsprofeſſor Dr. jur. Roſenberg, Moltkeſtraße 3, iſt. Der Elternrat nimmt gerne alle Wünſche und Anregungen ſeitens der Elternſchaft entgegen und iſt zu deren Vertretung bereit. Selbſtverſtändlich ſtehen auch Direktor und Mitglieder des Lehr⸗ körpers den Eltern zu jeglichen Auskünften und Beratungen zur Verfügung. In allen An⸗ regungen allgemeiner Art wird aber die Schule nichts unternehmen, ohne mit dem Elternrat verhandelt zu haben.
Freiſtellen können auf Nachſuchen und den Nachweis der Bedürſtigkeit an ſolche Schüler verliehen werden, die durch gute Befähigung, tüchtiges Streben und tadelfreies Verhalten ſich auszeichnen. Die Geſuche ſind jedes Jahr zu erneuern, und ſtets in der erſten Woche des neuen Schuljahres unter Benutzung eines Vordruckes, der bei dem Direktor zu erhalten iſt, einzureichen. Für die Verleihung der Freiſtellen gelten von Oſtern 1929 folgende verſchärfte Bedingungen: Freiſtellen werden nur an ſolche Schüler gegeben, deren Fleiß nicht beanſtandet iſt und die in Betragen, in Aufmerkſamkeit und in den Leiſtungen die Note 1 oder 2 haben. Nur bei Schülern


