Jahrgang 
1916
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ID. Zur 6eſchichte der nſtalt.

1. Der Krieg. His der Unterzeichnete im vorigen jahre ſeinen Bericht niederſchrieb, hegte er die ſtille Hoffnung, er werde nach ſiegreichem Ende des Krieges von einer Friedens⸗ feier unſerer Hnſtalt ſchon jetzt erzählen können. Das iſt nun ſo ganz anders gekommen. Wohl hat uns das verfloſſene Jahr eine Fülle glänzender heldentaten unſeres heeres im Felde und unſeres Dolkes daheim gebracht, wohl haben unſere tapferen Iruppen ſieghaft die Waffen im Oſten bis tief in das Feindesland vorgetragen, aber noch immer wogt der Kampf, heißer denn je, hin und her, den unſer Dolk mit einer erdrückenden Übermacht zu führen hat.

jetzt gilt's erſt recht, durchzuhalten und die mächtige Flutwelle der Begeiſterung, die bei Beginn des Krieges Deutſchland durchbrauſte, nicht verebben zu laſſen, auch bei unſerer jugend nicht. Das iſt die pflicht der Eltern und eine fufgabe der Schule. Die Jugend von heute erlebt, was ſie als koſtbaren, unvergänglichen Beſitz mit hinüber nehmen wird in die lage des Hlters. Das Erlebte aber iſt wertvoller als das Derſäumte. Das läßt ſich in ruhigeren Zeiten nachholen und befeſtigen. Drum hat es ſich die Schule auch im vorigen jahre angelegen ſein laſſen, bei ihren Schülern das Derſtändnis für die großen Begebenheiten und die heiligen Pflichten, die auch für ſie daraus erwachſen, bei jeder 6elegenheit zu wecken und zu fördern. Ihr Bemühen war nicht umſonſt.

Mlit heller Begeiſterung und opferwilligem Sinne haben ſich unſere Schüler, vom größten bis zu dem kleinſten, wie früher an den Tiebeswerken und den Hufgaben beteiligt, die wir, das Rote Kreuz oder andere an ſie ſtellten. Sie haben wiederholt ſinnige Liebesgaben an ihre Lehrer und früheren Mitſchüler in das Feld geſchickt, ſie haben ihre Bücher für die Feldgrauen willig hergegeben, ſich an den Sammlungen von 6eld, Papier und Wollſachen beteiligt, ſie haben Derordnungen ausgetragen, unermüdlich 6old*) in die Reichsbank abgeliefert und aus ihren Spargeldern Kriegsanleihe**) gezeichnet: eine erfreuliche Betätigung vaterländiſcher 6eſinnung und humanen Empfindens.

Mit Dank erkennen wir dieſe Leiſtungen an; doch wie beſcheiden nehmen ſie ſich aus neben den Leiſtungen unſerer Schüler, die ins Feld gezogen ſind! Mit Stolz gedenken cir aller, die im vorigen und dann weiter in dieſem Jahre für uns unter die Waffen geeilt ſind, mit Weh⸗ mut derer, die ihr Blut für uns vergoſſen und ihr junges Teben auf dem Schlachtfelde ausge⸗ haucht haben.

Tief trauernd ſtanden wir am 23. Juni 1915 an dem 6rabe unſeres Kriegsabiturienten von 1914 6eorg heinrich Schirmer. Er ſtarb an einer derwundung, die er bei Suwalki erhalten hatte. Dem aufrichtigen Schmerze um den hingeſchiedenen, der mit ſeinen hellleuchtenden Rugen und ſeinem lebensfrohen, offenen und geraden Weſen überall Sonnenſchein um ſich verbreitete, gaben ſein Klaſſenführer herr profeſſor Hüter, ſowie ſeine gleichalterigen und jüngeren Mitſchüler Möckel, Freu und hoffmann am érabe einen beredten fHlusdruck.

In Sorge ſind wir um das Schickſal eines anderen Kriegsabiturienten, der vor längerer Zeit als vermißtt gemeldet wurde; den beiden verwundeten aber wünſchen wir eine baldige und vollkommene 6eneſung.

Das eiſerne Kreuz 2. Klaſſe erhielten der primaner Rudolf Fourier, und die Kriegsabitu⸗ rienten Ludwig Bücking und Hlexander Iöckel, die heſſiſche Lapferkeitsmedaille der frühere

*) bis jetzt 90193 Mark, davon ſeit dem 1. Januar 1916 14071 Wark. .**) 3484s III. bei der 3., 27691 Ill., davon in Bar in der Schule 8191 fll., bei der 4. Kriegsanleihe.