Jahrgang 
1914
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IV. Zur Geschichte der Anstalt.

1. Personalangelegenheiten. Das abgelaufene Schuljahr hat unserer Anstalt in dem Bestande der Lehrkräfte leider wiederum nicht die Ruhe gebracht, wie sie ein gedeihlicher Fortgang des Unterrichtes nun einmal unbedingt erfordert.

So war es Herrn Reallehrer Edmund Hartmann nicht vergönnt, aus seinem vor- jährigen Urlaub neugestärkt in den Dienst zurückzukehren. Sein noch nicht behobenes Leiden zwang ihn vielmehr, seine Versetzung in den Ruhestand nachzusuchen. Unter An- erkennung seiner langjährigen, treuen Dienste wurde seinem Gesuche mit Wirkung vom 1. April 1913 an stattgegeben und ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. Herr Hartmann war seit dem 9. April 1888 zunächst probeweise und sodann vom 5. Juli desselben Jahres an fest an unserer Anstalt angestellt. Er hing mit allen Fasern seines Herzens an seinem Berufe und widmete ihm in rastlosem Streben seine ganze Zeit und Kraft. Möge ihm der wohlverdiente Ruhestand seine frühere geistige und körperliche Frische wiedergeben!

Seine Stelle wurde Herrn August Haggenmüller, der bisher an der Gymnasial- vorschule tätig war, durch Dekret vom 25. März 1913 übertragen.

Um die Störungen zu vermeiden, die in der unterrichtlichen Tätigkeit des Herrn Prof. Urstadt durch die Ausübung seines Landtagsmandats entstanden waren, wurde mit seiner Stellvertretung während des ganzen Jahres Herr Lehramtsassessor Karl Emmel betraut. Indes widmete Hlerr Prof. Urstadt in dankenswerter Weise einen Teil seiner Zeit unserer Anstalt, indem er sich weiterhin an dem Unterrichte seiner Klasse beteiligte, Stellvertretungen übernahm, schriftliche Berichte für die Sitzungen des Lehrerrates erstattete und die Jahres- berichte der höheren Anstalten Deutschlands nach sachlichen Gesichtspunkten ordnete. Er wird mit Beginn des neuen Schuljahres seinen Dienst wieder aufnehmen und, soweit das notwendig wird, durch Herrn Lehramtsassessor Dr. Kann vertreten werden.

Leider sahen sich die Herren Levy und Dr. Molz krankheitshalber genötigt, für längere Zeit Urlaub zu nehmen. Den Unterricht des ersteren erteilte vom 22. September bis Weih- nachten Herr Schulamtsaspirant Julius Levi aus Nidda, die Stelle des letzteren versah vom 2. März bis zum Schlusse des Schuljahres Herr Lehramtsreferendar Karl Egger aus Mainz.

Zur Erledigung ihres Vorbereitungsdienstes im zweiten jahre wurden unserer Anstalt von Ostern 1913 an die Herren Karl Dahmer und Dr. Fritz Fischer, vom Herbst desselben Jahres an Herr Dr. Ludwig Hoffmann überwiesen. Herr Lehramtsreferendar Nassua verließ uns im FHerbst 1913, um eine Oberlehrerstelle an dem Ev. Pädagogium zu Godesberg a. Rh. zu übernehmen.

Mit Unterbrechungen erteilten die Herren Lehramtsassessoren Dr. Kann und Wasser freiwillig einige Unterrichtsstunden an unserem Gymnasium, soweit sie anderweitig eine dienst- liche Verwendung nicht fanden oder, wie ersterer, durch eine militärische Uebung in An- spruch genommen waren. Herr Wasser wird Ostern 1914 die Stelle eines wissenschaftlichen Hilfslehrers an der Höheren Mädchenschule zu ldar übernehmen.

An Fortbildungskursen für Oberlehrer nahmen in dem Berichtsjahre vier Herren teil. Herr Professor Hüter machte vom 14. bis 21. Juli einen archäologischen Ferienkursus in München mit, die Herren Prof. Kutsch, Lucius und Dr. Bernbeck beteiligten sich an dem mathe- matisch-naturwissenschaftlichen Fortbildungskursus, der vom 4. bis 12. März an der Landes- universität abgehalten wurde.