5. Chronik des Gymnaſiums.
Durch Allerhöchſte Entſchließung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs vom 29. Mai 1889 wurden die proviſoriſchen Gymnaſiallehrer Ludwig Hüter und Dr. Adelbert Matthaei definitiv zu Lehrern am hieſigen Gymnaſium ernannt. Dem Acceſſiſten Franz Schmitt wurde durch Miniſterial⸗ Verfügung vom 21. September 1889 eine proviſoriſche Lehrerſtelle übertragen.
Durch Allerhöchſte Entſchließung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs vom 16. Oktober 1889 wurde Gymnaſiallehrer Dr. Balſer an das Gymnaſium nach Darmſtadt, Gymnaſiallehrer Dr. Blaſe vom Gymnaſium zu Darmſtadt an das hieſige Gymnaſium verſetzt.
Dem pädagogiſchen Seminare gehörten folgende Mitglieder an: ſeit 12. November 1888: Georg Schilling(neuere Philol.) und Joſef Enders(neu. Philol.); ſeit Herbſt 1889: Franz Reitz (Geſch.), Joſef Geyer(klaſſ. Philol.),, Theodor Hof(neu. Philol.), Dr. Friedrich Schmidt (kl. Philol.), Dr. Jakob Dingeldey(neu. Philol.), Dr. Karl Becker(neu. Philol.), Friedrich Henkel(kl. Philol.), Paul Hager(kl. Philol.). Herr Oberſchulrat Soldan wohnte am 14. Ja⸗ nuar 1890 den Übungen, Lektionen und Kritiken an; im Juni 1889 war einige Tage Herr Dr. P. G. Laurin, Privatdocent an der Univerſität Lund, unſer Gaſt.
Im Laufe des Sommers nahm Herr Biſchof Dr. Haffner von Mainz eine Prüfung des katho⸗ liſchen Religionsunterrichtes vor.
Bei der am 27. Januar abgehaltenen Schulfeier zu Ehren Allerh. Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des deutſchen Kaiſers ſprach Profeſſor Stamm.
Für verſchiedene Geſchenke in die Bibliothek und in die Sammlungen bleibt die Schule den Gebern zu Dantke verpflichtet.
6. Bekanntmachung.
Ueber Zeit und Bedingungen der Aufnahme in das Gymnaſinm und die Vorſchule.
Anmeldungen zur Aufnahme in das Gymnaſium und in die Vorſchule werden Montag den 21. April morgens von 8—10 Uhr in dem Conferenzzimmer des Gymnaſiums entgegengenommen. Die Nach⸗ prüfungen finden Montag den 21. April von morgens 8 Uhr ab, die Aufnahmeprüfungen am ſelben Tage von 10 Uhr ab ſtatt; der Unterricht beginnt Dienſtag den 22. April Morgens 7 Uhr.
Zur Aufnahme in die Sexta genügt das zurückgelegte neunte Lebensjahr. Bedingungen der Aufnahme ſind geläufiges Leſen und Schreiben der deutſchen und lateiniſchen Schrift, Kenntnis der deutſchen Declination und Konjugation mit lateiniſcher Terminologie, angehende Sicherheit in der Rechtſchreibung und im Gebrauch der vier Grundrechnungsarten.
Die verehrlichen Eltern werden darauf aufmerkſam gemacht, daß es ſich nur dann empfiehlt, Kinder in die Vorſchule zu ſchicken, wenn dieſe das Gymnaſium beſuchen ſollen, da dieſelbe in erſter Linie auf die Zwecke unſerer Anſtalt berechnet iſt.
Großherzogliche Direktion des Gymnaſiums zu Gießen.
Profeſſor Dr. H. öchiller, Geh. Oberſchulrat.
——⸗——————


