Jahrgang 
1908
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kurz, seit 1. Oktober genügte er seiner Militärpflicht in Mainz. Wir verdanken ihm die Ordnung der Schulprogramme und der Bibliothek.

Bei Beginn der Herbstferien, die diesmal auf die Zeit vom 30. September bis 14. Oktober verlegt worden waren, erkrankte Herr Prof. Fritz Noack; schon am 14. Oktober erlag er in der Universitätsklinik zu Giessen seinem Leiden, und am 16. Oktober geleiteten wir ihn in Lich zur letzten Ruhestätte.

Fritz Noack wurde am 22. Dezember 1863 zu Fränkisch-Crumbach i. O. geboren; er besuchte von Herbst 1873 bis Herbst 1882 das Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt. Von Oktober 1882 bis 1883 genügte er seiner Militärpflicht. Herbst 1883 bezog er die Universität Giessen, an der er seine gesamte Studienzeit verbrachte. Im Januar 1880 legte er die Staatsprüfung für beschreibende Naturwissenschaften, Physik und Chemie ab. Seinen Akzess machte er am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt und gab zugleich Unterricht an der dortigen landwirtschaftlichen Winterschule. Von Sommer 1891 ab war er Assistent an der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Darmstadt. Frühjahr 1892 kam er an die höhere Bürgerschule nach Gernsheim, wo er bis zu ihrer Umwandlung in eine Realschule verblieb. Am 16. Juni 1895 trat er in das Kollegium der Realschule zu Alzey ein, wo er am 28. August 1805 definitiv angestellt wurde. Schon am 1. Juli 1896 trat er aus dem Staatsdienst aus, um einem Ruf als Leiter einer Versuchsstation für Pflanzenkrankheiten in dem Staate San Paulo in Brasilien Folge zu leisten. Diese Stellung hatte er bis 1898 inne. Vom 1. Dezember 1898 war er als provisorischer Lehrer an der Realschule zu Gernsheim verwandt, wurde am 22. Januar 1890 daselbst wieder definitiv angestellt. Am 22. Juni 1906 wurde er an das Seminar für Volksschullehrerinnen nach Darmstadt versetaet und am 1. Dezember zum Professor ernannt. Am 1. Januar 1907 kehrte er seiner Gesundheit wegen an die Realschule nach Gernsheim zurück. Prof. Fritz Noack war eine echt wissenschaftliche Natur. In mühevollen botanischen Forschungen und Beobachtungen fand er seine Erholung. Aus dem Vollen schöpfend, konnte er seinen Unterricht überaus anregend und fruchtbringend gestalten.

An Stelle des Herrn Prof. Noack trat durch Ministerialverfügung vom 12. Oktober Herr Lehramtsassessor Wilhelm Schmidt, seither an der höheren Bürgerschule in Babenhausen. Er trat seinen Dienst am 24. Oktober an und über- nahm den Unterricht in Geographie und Naturkunde.

Für Herrn Rill erhielten wir durch Verfügung vom 29. Oktober Herrn Lehramtsassessor Wilhelm Fink aus Büdingen.

LZur freiwilligen Fortsetzung seiner Lehrtätigkeit an unserer Schule wurde vom 1. Oktober ab Ferr Lehramts-

referendar Otmar Kaltenhäuser aus Gernsheim zugelassen, der Ostern 1800 von der hiesigen Realschule abgegangen war.

Am 17. Dezember erkrankte unser Schuldiener Johannes Günther; eines dreimonatigen Urlaubs, der ihm be- willigt wurde, konnte er sich nicht mehr erfreuen; er starb am 3. Januar.

Der Verstorbene war schon an der höheren Bürgerschule zu Gernsheim seit 1870 als Schuldiener tätig gewesen. Bei Umwandlung der höheren Bürgerschule in eine Realschule und ihrer Obernahnme durch den Staat 1895 wurde auch der treue Schuldiener, obwohl er kein Militäranwärter war, mit übernommen und am 9. Mai 1900, nachdem er von Hof Maria Einsiedel nach Gernsheim gezogen war, definitiv als Realschulpedell angestellt. Am 25. November 1906 war er durch Se. Kgl. Hoheit mit dem Ehrenzeichen für langjährige, treue Dienste ausgezeichnet worden.

Der Verstorbene hatte mit unverdrossener Arbeitsfreudigkeit seines bei den hiesigen baulichen Verhältnissen nicht immer ganz leichten Dienstes allezeit gewaltet.

Die Verrichtungen eines Schuldieners übernanm gegen Taglohn Johannes Maus XIII. aus Gernsheim, bis wir am 12. Februar Herrn Wilhelm Parr aus Inheiden als provisorischen Schuldiener erhielten. Wihelm Parr hatte als Unteroffizier bei der Schutztruppe in Südwest-Afrika gedient.

Herr Lehrer Weil feierte mit seiner Gattin am 20. September das Fest der silbernen Hochzeit; das Lehrerkol- legium gratulierte und überreichte ein hübsches Blumenarrangement.

Am 1. Mai wurde Herrn Oberlehrer Dr. Lücken der Charakter als Professor verliehen. Herr Prof. Dr. Lücken war vom 2. Juni bis 10. August zu einem Studienaufenthalt nach Frankreich beurlaubt, ebenso benutzten die Herrn Oberlehrer Uhl und Reallehrer Klimm die Sommerferien zur Teilnahme an einem Ferienkursus in Nancy.

Anm 24. April, des Nachmittags, unterzog herr Rabbiner Dr. Marx aus Darmstadt die israelitischen Schüler einer Religionsprüfung.

Am 31. Januar beehrte Herr Oberschulrat Block die Anstalt mit seinem Besuch und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.

Die schriftlichen Arbeiten für die Abschlussprüfung wurden am 21. u. 22., am 24. u. 25. Februar angefertigt,

An der Abschlussprüfung beteiligten sich auch 5 Schüler der höheren Bürgerschule Neu-Isenburg, die uns durch Verfügung vom 20. Januar 1908 zugeteilt waren.

Die mündliche Abschlussprüfung fand am 20. März unter dem Vorsitz des Herrn Oberschulrates Block statt. Ein Schüler konnte zur Prüfung nicht zugelassen werden; alle anderen bestanden. Es sind dies:

1. Adler Joseph' aus Gernsneim, 2. Fischer Andreas aus Gernsheim, 3. Krebs Ludwig aus Gross-Rohr- heim, 4. Menger Konrad aus Gross-Rohrheim, 5. Mayerfeld Arthur aus Biebesheim, 6. Pfeifer Georg aus