Jahrgang 
1898
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VI. Zur Geschichte der Anstalt.

Der Unterricht begann Dienſtag, den 27. April.

Am 9. September, am 12. November 1897 und am 28. Januar 1898 beehrte Herr Geheimer Oberſchulrat Soldan die Anſtalt mit ſeinem Beſuche. Am 1. Juli fand durch den hochw. Herrn Biſchof Dr. Haffner eine Religionsprüfung der katholiſchen Schüler ſämtlicher Klaſſen ſtatt. Herr Turninſpektor Marx beſuchte am 28. Oktober unſere Anſtalt, er prüfte einen neu erbauten Saal auf die Brauchbarkeit desſelben als Turnraum für unſere Anſtalt. Am 12. November wurde der genannte Saal durch Herrn Bürgermeiſter Nuß unſerer Anſtalt zur Verfügung geſtellt. Die raſche Erledigung der Turn⸗ ſaalfrage gibt uns Veranlaſſung den beteiligten Behörden beſonderen Dank zu ſagen.

Kollege Dr. Bremme wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. März 1897, auf ſein Nachſuchen, mit Wirkung vom

16. April 1897, unter Anerkennung ſeiner treugeleiſteten Dienſte in den Ruheſtand verſetzt.

Kollege Schottler wurde vom 26. April an mit der Vertretung des erkrankten Reallehrers Profeſſor Dr. Vogel

in Groß⸗Umſtadt beauftragt und verließ von dieſem Tage ab unſere Anſtalt.

Kollege Liebrich war vom 21. April ab zu einer Swöchentlichen militäriſchen Dienſtleiſtung einberufen worden.

Pfarrverwalter Weissgerber verließ im April Gernsheim und übernahm die Verwaltung der evangeliſchen Pfarrſtelle in Eich i. Rh.

An der Anſtalt traten ein:

Die Lehramtsacceſſiſten: Dr. Meyer vom 28. April ab. F. Decker durch Verfügung vom 26. April. Dörr zur Vertretung von Liebrich, vom 7. Mai an.

Pfarrverwalter Vogel vom 27. April an.

Kollege Schmitt war vom 2. Auguſt bis zum 31. Auguſt beurlaubt, um an einem Ferienkurſe in Geuf ſich beteiligen zu können.

Kollege Schmitt wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 15. September 1897 zum Lehrer an der Großh. Realſchule zu Alsfeld ernannt und

der Großherzogl. Reallehrer Hof) tauſchte durch Allerhöchſtes Dekret vom 15. September Alsfeld gegen Gernsheim.

Dem Lehramtsaſſeſſor Werner wurde mit Wirkung vom 1. Oktober die Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt übertragen.

Kollege Decker ſchied von dieſem Tage an hier aus und fand Verwendung an dem Gymnaſium in Worms.

Die Anregung zur Arbeitsſtunde, die in dem verfloſſenen Winterſemeſter gehalten wurde, ging in dieſem Jahre von Eltern unſerer Schüler aus. An 5 Abenden wöchentlich, von ½ 6 7, benutzten 37 Schüler die Einrichtung; die Kollegen Dr. Lüucken, Liebrich und Klimm führten die Aufſicht.

Spaziergänge und der Tagesausflug wurden von den Lehrern der Auſtalt geleitet, ſie fanden ſtatt am: 20. Mai; 15. Juni(Tagesausflug der Schule nach der NeunkircherHöhe); 2. September; 22. September; 26. Oktober; 18. No⸗ vember; 16. Dezember; 10. Februar; 10. März.

Von 11 Uhr ab wurde zu großer Hitze wegen der Unterricht ausgeſetzt am: 2. Juni; 3. Juni; 25. Juni; 26. Juni; 5. Anguſt.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war gut.

Der Geburtstag unſeres Landesherrn und ſeiner hohen Gemahlin wurden am 25. November v. Is., der Geburtstag unſeres Kaiſers am 27. Januar d. Is. durch öffentliche Schulfeiern feſtlich begangen; am 2. September v. Js. veranſtalteten wir eine Feier im Kreiſe der Schule. Feſtredner waren der Direktor und die Kollegen Dr. Meyer und Klimm.

Oeffentliche Vorträge zum Beſten nuſerer Anſtalt wurden auch in dem Winter 1897/98 gehalten.

Den Herren: Fabrikdirektor Böckel, Betriebsleiter Dr. Pape, Dr. med. Hartenfeld aus Mainz und Pfarrverwalter Vogel ſagen wir namens der Anſtalt für die Uebernahme von Vorträgen beſonderen Dank.

Von dem Lehrerkollegium hielten Vorträge: der Direktor und die Herren Kollegen ör. Storck, Dr. Lücken, Liebrich, Dr. Meyer, Klimm. Auch an dieſer Stelle ſei den Herren Kollegen der gebührende Dank ausgeſprochen.

Die Abrechnung erfolgt im nächſten Jahresbericht. Die Erträge wurden verwandt: 1) Zur Bezahlung des Mikroskopes, das im Jahre 1897 beſchafft wurde, 2) Zur erſten Anzahlung auf einen Flügel, 3) Zur Beſtreitung der Unkoſten.

1) Theodor Hof, geb. am 19. April 1861 zu Weitershain in Oberheſſen, beſuchte von 1874 1877 die Realſchule zu Alsfeld, von 1877 1880 das Realgymnaſium zu Darmſtadt, von 1880 1881 das Realgymnaſium zu Gießen, wo er Oſtern des letztgenannten Jahres das Maturitätsexamen beſtand. Seit dieſer Zeit widmete er ſich an der Landesuniverſität dem Studium der neueren Philologie und erwarb ſich während des Studiums im Sommer 1884 das Gymnaſialmaturitätszeugnis auf dem Gymnaſium zu Bensheim. Am 14. Juli 1889 beſtand er die Staatsprüfung an der Univerſität zu Gießen, abſolvierte von Herbſt 1889 bis Herbſt 1890 ſein Probejahr an dem Gymnaſium und dem pädagogiſchen Seminar zu Gießen, war von Herbſt 1890 bis Pfingſten 1892 an dem Gymnaſium und der Realſchule zu Worms, von letztgenannter Zeit an an der Realſchule zu Alsfeld verwendet, an welcher Anſtalt er durch Allerhöchſtes Dekret vom 18. Juli 1894 definitiv angeſtellt wurde. Durch Allerhöchſtes Dekret vom 15. September 1897 wurde er an die Realſchule zu Gernsheim verſetzt.