— ¹9— Herr Zeichenlehrer Kettler von Anfang des Schuljahres bis zum 12./7.(Zeichenstudien in Berlin), Herr Pfarrer Michel vom 24,/9.— 18./10.(Studienreise nach Italien).
4. Schüler. Die Ungunst der Witterung voranlasste im Winter unter den Schülern zahlreichere Erkältungskrankheiten; auch kamen wiederum mehrere Fälle von Scharlach vor, die jedoch glücklich verliefen.
5. Schulfeiern. Der Geburts- und Todestage der Hochseligen beiden Hohenzollern- kaiser wurde in den einzelnen Klassen in der üblichen Weise gedacht.— Vor den Pfingst-, Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien sowie am Schlusse des Schuljahres wurde dem Her- kommen gemäss eine kleine Schlussfeier veranstaltet, bestehend in Gesang, Deklamation und einer kleinen Ansprache.— Am 2. September fand ein feierlicher Festakt statt, bei dem Herr Oberlehrer Dr. Cnyrim die Festrede hielt.— Den Allerhöchsten Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers uud Königs beging die Schule durch Festgottesdienst und Festakt im Saale des „Deutschen Hauses“. Zahlreiche geschätzte Gäste aus Geisenheim und den benachbarten Rheingauorten beehrten uns mit ihrer Anwesenheit. Die Festrede, welche der Direktor übernommen hatte, brachte zuerst eine Parallele zwischen den Sachsenkaisern und den Hohenzollernkaisern und ging dann auf die Stellung Deutschlands im Gesamtorganismus Europas und die Wirkung desselben auf den Volkscharakter und die Geschicke des deutschen Volkes ein. Das der Anstalt überwiesene Kaiserprämium(„Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild“, von Hans Bohrdt) wurde dem Primaner Friedrich Amedick aus Geisenheim zu- erkannt.— Die Turnfahrt der Realschule wurde am 26. September in 3 Abteilungen ge- macht. Die obere Abteilung(I. und II.) hatte Frankfurt als Reiseziel gewählt. Die Ab- fahrt erfolgte morgens 7³3⁰6 Uhr, und um etwa 9 Uhr langten die Ausflügler wieder in der Heimat an. Die mittlere Abteilung(III. und IV.) wanderte über Johannisberg zur Hall- garter Zange, von dort über Kloster Eberbach nach Kiedrich und kehrte abends 6²6 Uhr über Erbach zurück. Die untere Abteilung(V. und VI.) war morgens um 8 Uhr aus- marschiert und über Presberg zur Kammerberger Mühle im Wispertale gewandert. Von Lorch brachte sie die Eisenbahn abends um ½ 8 Uhr wieder nach Geisenheim zurück.
6. Revisionund Prüfung. Herr Geh. und Oberregierungsrat Dr. Paehler wohnte am 23. August 1907 und am 26. März 1908 dem ÜUnterrichte in verschiedenen Klassen bei. — Der schriftliche Teil der Schlussprüfung fand in den Tagen vom 9.—12. März statt. Die mündliche wurde unter dem Vorsitz des Unterzeichneten, dem hierfür die Geschäfte des des Königlichen Kommissars übertragen waren, am Montag, den 23. März, abgehalten. Es waren in dieselbe 13 der Primaner eingetreten, die sämtlich für reif erklärt werden konnten. (Vgl. weiter unten IV C).
7. Ferien. Die Ferien dauerten zu Pfingsten vom 17.—27. Mai, im Sommer vom 20. Juli bis 19. August, im Herbst vom 6.— 17. Oktober, zu Weihnachten vom 24. Dezember bis 6. Januar einschliesslich.— Wegen grosser Hitze fiel der Nachmittagsunterricht am 20., 21. und 28. Juni.
8. Unterrichtszeit. Im Interesse der auswärts wohnenden Schüler richtet sich die Unterrichtszeit nach den Fahrplänen der Eisenbahn. Dementsprechend begann der Unter- richt das ganze Schuljahr hindurch morgens um 8 Uhr, nachmittags um 2 Uhr 20 Minuten.


