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II. Aus den Erlassen und Verfügungen.
1. Berlin, den 5. Juni 1906. Das Ober-Hofmarschall-Amt Sr. Majestät des Kaisers und Königs übersendet ein Erinnerungsblatt an die Silberne fochzeit Ihrer Majestäten als Geschenk für die Schule.
2. Cassel, den 22. Juni 1906. Es wird der Anstalt ein Exemplar„Gedichte und Dramen Schillers“ als Geschenk des fferrn Kultusministers an einen würdigen Schüler der Anstalt übersandt.
3. Cassel, den 4. August 1906. flerrn Kettler wird die Verwaltung der Zeichen- lehrerstelle übertragen.
4. Cassel, den 19. Oktober 1906. Hierr filfsprediger Michel wird mit der Erteilung des evangelischen Religionsunterrichtes beauftragt.
5. Cassel, den 13. Dezember 1906. Herrn Professor Sauerborn wird die Genehmigung zur Übernahme des Amtes eines Gewerbeschul-Prüfungskommissars erteilt.
6. Berlin, den 29. Dezember 1906. Erlaß betreffend Erleichterungen im Dienste behufs Ausübung des Wahlrechts. 8
7. Berlin, den 8. Januar 1907. Erlaß die Nationaldenkmalspflege betreffend.
8. Berlin, den 8. Februar 1907. Erlaß in Betreff der Paul Gerhardt-Feier.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Anfang. Am 24. April begann das Schuljahr mit feierlichem Gottesdienst und der Versammlung der Lehrer und Schüler in der Aula. Am Tage vorher hatte bereits die Aufnahmeprüfung der neu angemeldeten Schüler stattgefunden.— An dem für die drei unteren Klassen bestehenden gymnasialen Parallelunterricht nahmen im Berichtsjahre 30 Schüler teil, nämlich 11 Quartaner, 5 Quintaner und 14 Sextaner.
2. Kuratorium. Am Donnerstag, den 7. März d. Js., verschied plötzlich Herr Albert fillebrand aus Rüdesheim, seit 3 Jahren Mitglied des Kuratoriums der Realschule, ein eifriger Förderer der auf den Ausbau der Schule zur Vollanstalt gerichteten Pläne.
3. Lehrerkollegium. Die durch Todesfall im vorausgegangenen Schuljahre ent- standene Lücke war anfangs noch nicht ausgefüllt. Es mußten deshalb die bisherigen Ver- tretungen(vergl. UÜbersicht über die Stundenverteilung 2 a) für das Sommerhalbjahr beibehalten werden. Im ferbst trat dann Herr Wilhelm Kettler¹) als Zeichenlehrer ein.
Im Herbste verließ uns Herr Pfarrer Wüst, nachdem er 9 Monate hindurch den evan- gelischen Religionsunterricht in den beiden oberen Abteilungen erteilt hatte. An seine Stelle trat aldann Herr flilfsprediger Michel*) in Geisenheim.
¹) Wilhelm Kettler, geboren 1875 zu Hildesheim, wurde auf dem Seminar zu Hannover vorgebildet und war alsdann bis Ostern 1901 in Barsinghausen, bis Herbst 1904 in Huckarde als Lehrer tätig. Herbst 1904 bezog er die Königliche Kunstschule zu Berlin, die er im Juli 1906 absolvierte.
²) Rudolf Michel. geboren 1880 zu Weilburg, absolvierte ebendort das Gymnasium, widmete sich dem Studium der Theologie auf den Universitäten Straßburg, Berlin und Marburg und war alsdann Mitglied des praktisch-theologischen Seminars in Herborn. Nach Ablegung der Examina und nach Ableistung des Militärjahres kehrte er nochmals nach Straßburg zurück, um Kirchen- und Kunstgeschichte zu studieren und trat Herbst 1906 die neugegründete Hilfspredigerstelle in Geisenheim an.


