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Albert Hillebrand wurde am 24. März 1903 durch das Königliche Provinzial-Schulkollegium bestätigt. Dem Herrn Bernhard Hoehl sen., der nach fast 30 jähriger Zugehôrigkeit zum Kuratorium im Beginne des Jahres 1903 seinen Austritt erklärt hatte, wurde als Anerken- nung für den regen Eifer, mit dem er stets sein Mandat ausgeübt hat, von Seiner Majestät der Königliche Kronenorden IV. Klasse Allerhöchst verliehen und durch Herrn König- lichen Landrat Wagner in Gegenwart des gesamten Kuratoriums überreicht. Die Real- schule bleibt dem verehrten Herrn zu wärmstem Danke verpflichtet.
3. Lehrerkollegium. Da der zum Amtsnachfolger des nach Breslau berufenen Herrn Direktors Koch gewählte unterzeichnete Direktor sein neues Amt anzutreten zunächst noch verhindert war, so wurde durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 30. März 1903 Herr Oberlehrer Sauerborn für die Zeit der Erledigung der Direktor- stelle mit der Leitung der Anstalt beauftragt. Zur Deckung des durch den Weggang des Direktors Koch entstandenen Unterrichtsbedürfnisses wurde Herr cand. prob. Dr. Schlüter vom Gymnasium i. E. in Limburg als Hülfslehrer der Realschule überwiesen; er verblieb bis zum 1. Oktober in dieser Stellung und legte zugleich die zweite Hälfte des vorge- schriebenen Probejahres ab.— Herr wiss. Hülfslehrer Plangemann war bis zum 10. Juni zwecks Ableistung einer militärischen Ubung beurlaubt. Da die vorgesetzte Behorde keinen Vertreter schicken konnte, erfolgte seine Vertretung durch das Kollegium in bereitwilligster Weise.— Herr Oberlehrer Ott musste vom 12. Juni bis zum Beginn der Sommerferien krankheitshalber seinen Unterricht aussetzen; auch seine Vertretung erfolgte durch das Kollegium. Am 10. März wurde Herr Oberlehrer Ott nach 4tägiger, heftiger Krankheit durch einen unerwarteten Tod aus unserer Mitte gerissen, nachdem er fast 5 Jahre Mitglied des Lehrerkollegiums unserer Anstalt gewesen war. Den Schülern war er ein wohlwollen- der Lehrer und seinen Amtsgenossen ein treu gesinnter Kollege. Môge dem so früúh Dahingeschiedenen die Erde leicht sein! Seine Vertretung übernimmt bis auf weiteres wiederum das Kollegium.
4. Schüler. Die Anstalt hat auch den Verlust eines lieben, hoffnungsvollen Schülers, des Primaners Ferdinand Hillebrand aus Rüdesheim, zu beklagen. Derselbe starb am 30. November unerwartet am Herzschlage in Wiesbaden, wo er zu einer Operation wegen Blinddarm-Entzündung weilte. Die ganze Schule gab ihm das letzte Geleite. Er rube in Frieden!
5. Schulfeiern. Der Geburts- und Todestage der Hochseligen beiden ersten Hohenzollern-Kaiser wurde in den einzelnen Klassen seitens der Herren Ordinarien gedacht. — Im engeren Kreise der Schule fand wie herkömmlich am 30. Mai die Frühlingsfeier statt.— Die Turnfahrt der Kealschule wurde in 3 Abteilungen am 9. Juli gemacht: die obere Abteilung besuchte von Niedermendig aus den Laacher See, worauf die Rückfahrt über Tönnisstein und Brohl erfolgte; die mittleren Klassen marschierten durch das Morgen- bachtal nach dem Jägerhause, dem Ernst-Ludwigs-Turme auf dem Salzkopf, der Lausch- hütte, nach Stromberg und von dort über Wald-Algesheim und Weiler nach Bingerbrück; die Sextaner und Quintaner besuchten Münster am Stein, Altenbaumburg, Ebernburg, Rheingrafenstein und Kreuznach.— Die Sommerferien wurden am 18. Juli mit der üblichen Sommerfeier eingeleitet.— In der 4. Morgenstunde des 2. September versammelten sich Lehrer und Schüler zu einer Sedanfeier in der Aula, bei welcher Herr Oberlehrer Sauer- born in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Sieges von Sedan hinwies und


