Jahrgang 
1896
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III. Chronik der Anſtalt.

1. Das neue Schuljahr begann am 23. April mit einem dem Herkommen gemäß für die katholiſchen Lehrer und Schüler in der Kirche ad St. Severum abgehaltenen feierlichen Schulgottes dienſte, nachdem am Tage zuvor die Aufnahmeprüfungen ſtattgefunden hatten. Vor Beginn des Unterrichts wurden die Schulgeſetze verleſen, ihre wichtigſten Beſtimmungen erläutert, und die Schüler zu gewiſſenhafter Befolgung derſelben aufgefordert. Im Anſchluß daran wurden die neuaufgenom⸗

menen Schüler durch Handſchlag verpflichtet. 2. An demſelben Tage begann Herr Oberlehrer Dr. Krämer, welcher bereits am 4. April von dem Direktor in Gegenwart des Lehrerkollegiums vereidigt worden war, ſeine Thätigkeit an der

Anſtalt. Dr. Auguſt Krämer, geb. am 2. Juni 1866 zu Weildurg a/Lahn, kathol. Konfeſſion, beſuchte das

Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, ſtudierte ſeit Oſtern 1885 in Marburg klaſſiſche Philologie, Geſchichte und

Geographie und beſtand daſelbſt am 28. Juni 1889 das Examen pro fac. docendi. Von Michaelis 1889

bis dahin 1890 abſolvierte er am Gymnaſium in Marburg das geſetzliche Probejahr und wurde inzwiſchen

am 3. Juli 1890 von der Univerſität daſelbſt zum Doctor philosophiae promoviert. Vom 1. October 1890

bis 30. September 1891 genügte er ſeiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger in München und

wurde 1894(20. Januar) zum Sekondelieutenant in der Reſerve befördert. Von Oktober 1891 bis

April 1892 war er als Hilfslehrer am Gymnaſium in Marburg, von da bis Oſtern 1895 als zweiter

Lehrer an der Handelsſchule zu Auerbach(Kgr. Sach ſen) thätig.

3. Am 2. Mai traten Herr Religionslehrer Domkaplan Hermann Malkmus und Herr Zeichenlehrer Oskar Pavel in das Lehrerkollegium ein, nachdem ſie zuvor von dem Direktor in der vorſchriftsmäßigen Weiſe verpflichtet worden waren.

Hermann Malkmus, geboren zu Hanau am 27. Mai 1868, beſuchte das Gymnaſium zu Fulda und ſtudierte ſodann Philoſophie und Theologie im biſchöflichen Prieſterſeminar hierſelbſt. Am

27. Februar 1893 zum Prieſter geweiht, wurde er am 1. März zum Kaplan in Bockenheim, am 15.

December zum 1. Kaplan in Fritzlar und am 1. April 1895 zum 2. Domkaplan in Fulda ernannt, wo⸗

ſelbſt er auf Vorſchlag der biſchöflichen Behörde durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 26. April 1895 mit der Erteilung des Religionsunterrichts am Realprogymnaſium beauftragt wurde.

Oskar Pavel, geb. zu Berlin am 25. Juli 1872, kathol. Konfeſſion, beſuchte das Realgymnaſium zu Caſſel, alsdann die gewerbliche Zeichen⸗ und Kunſtgewerbeſchule daſelbſt und beſtand nach dreijährigem Beſuche derſelben die Prüfung als Zeichenlehrer für höhere Unterrichtsanſtalten. Von Oktober 1893 bis April 1894, ſodann von Oktober 1894 bis April 1895 war er an der obengenannten Anſtalt als Hilfslehrer thätig. Durch Verfügung des Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 20. April deſſelben Jahres wurde er mit dem Zeichenunterrichte an unſerer Anſtalt beauftragt. 4. Am 22. Mai fiel aus Anlaß der in unſerer Stadt ſtattfindenden Generalverſammlung

des Vereins von Lehrern der höheren Unterrichtsanſtalten unſerer Provinz der Unterricht aus.

Desgleichen am 14. Juni aus Anlaß der Berufs⸗ und Gewerbezählung. 5. Die Gedenktage für Kaiſer Wilhelm IJ. und Kaiſer Friedrich wurden am 15. Juni, 18.

Oktober, 9. und 22. März in gewohnter Weiſe begangen.