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III. Chronik der Anſtalt.
1. Aus dem Schuljahre 1893/94 muß hier nachträglich noch erwähnt werden, daß am Ende desſelben Herr Profeſſor Dr. Wagner nach 42jähriger Thätigkeit an der Anſtalt aus dem Lehrer⸗ kollegium ausſchied, um in den Ruheſtand zu treten. In der am 17. März ſtattgefundenen Feierlichkeit des Schulſchluſſes ſtattete der Direktor namens der Anſtalt dem verdienſtvollen Lehrer für die derſelben geleiſteten Dienſte geziemenden Dank ab, nachdem ihm ſolcher ſeitens des Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums ſchon bei Gelegenheit der mündlichen Abiturienten-Prüfung am 9. März durch Herrn Provinzial⸗Schulrat Kannegießer ausgeſprochen war. Von Sr. Majeſtät dem Kaiſer wurde ihm unter dem 20. März in Anerkennung ſeiner Verdienſte der Rothe Adler⸗Orden 4. Klaſſe zu teil.
2. Das neue Schuljahr begann am 3. April mit einem dem Herkommen gemäß für die katholiſchen Lehrer und Schüler in der Kirche ad St. Severum abgehaltenen feierlichen Schulgottes— dienſte, nachdem am Tage zuvor die Aufnahmeprüfungen ſtattgefunden hatten. Vor Beginn des Unterrichts wurden von dem Direktor in der Aula die Schulgeſetze verleſen, ihre wichtigſten Be⸗ ſtimmungen erläutert und die Schüler zu gewiſſenhafter Befolgung derſelben aufgefordert. Im Anſchluß daran wurden von demſelben die neuaufgenommenen Schüler durch Handſchlag verpflichtet.
3. An demſelben Tage wurde Herr Oberlehrer Dr. Schaefer als Nachfolger des Herrn Prof. Dr. Wagner in ſein Amt eingeführt, nachdem derſelbe von dem Direktor in Gegenwart des Lehrer⸗ kollegiums der Vorſchrift gemäß vereidigt worden war.
Dr. Johannes Bernhard Schaefer, geboren am 29. März 1864 zu Brotterode, Kreis
Schmalkalden, beſuchte das Gymnaſium zu Hersfeld, verließ dasſelbe Oſtern 1884 und ſtudi erte in Mar⸗
burg Mathematik, Naturwiſſenſchaft und Geographie, woſelbſt er am 23. November 1888 das Examen
pro fac. docendi beſtand. Von Herbſt 1888 bis Herbſt 1889 abſolvierte er das Probejahr am Realpro⸗ gymnaſium zu Marburg und wurde inzwiſchen am 23. Juni 1889 daſelbſt zum Doctor philosophiae promoviert.
Vom 1. Januar 1890 bis Oſtern 1894 war er als vollbeſchäftigter Hilfslehrer an der Kloſterſchule zu
Roßleben thätig.
4. Am Sonntag den 21. Juni wurden 10 katholiſche Schüler, welche von Herrn Religions⸗ lehrer Helfrich in beſonderen Stunden vorbereitet waren, feierlich zur erſten hl. Kommunion geführt. — Von den evangeliſchen Schülern waren bereits Weißenſonntag 6 konfirmiert worden, welche an dem Konfirmandenunterrichte des Herrn Superintendenten Schäfer teilgenommen hatten.
5. Gleich nach den Sommerferien erkrankte Herr Profeſſor Johannis; die Vertretung des⸗ ſelben wurde von dem Lehrerkollegium allein übernommen und bis Herbſt fortgeſetzt.(S. Unrarriſſt⸗ verteilung b.)
6. Die Gedenktage für Kaiſer Wilhelm I. und Kaiſer Friedrich wurden am 15. Juni, 18. Oktober, 9. und 22. März in der gewohnten Weiſe begangen.
7. Im Monat Auguſt machten die Schüler der einzelnen Klaſſen unter Begleitung ihrer Lehrer die üblichen Klaſſenſpaziergänge.
8. Am 2. September beging die Schule in feierlicher Weiſe das Andenken an die glorreichen Siege von 1870/71. Die Feſtrede hielt der Direktor.


