Jahrgang 
1895
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Turnen, Schwimmen, Geſang.

1. Turnen: Die Anſtalt beſuchten im Sommer 154, im Winter 146 Schüler. Von dieſen waren befreit:

Vom Turnunterrichte überhaupt: Von einzelnen Übungsarten: Auf Grund ärztlichen Zeugniſſes: im Sommer 6, im Winter 5, im Sommer 1, im Winter 2. Aus anderen Gründen:,. 2, 3, 2 0,. Zuſammen im Sommer 8, im Winter 8, im Sommer 1, im Winter 2. Alſo von der Geſamtzahlder Schüler: 5,2%, 5,5%, /3%, 1 ½%.

Die ſechs Klaſſen der Anſtalt wurden in 3 Turnaͤbteilungen unterrichtet, und zwar gehörten: zu Abt. 1 Sekunda und Tertia; zu Abt. 2 Quarta und 1 Teil der Quinta: zu Abt. 3 der Reſt der Quinta und die Sexta.

Zur kleinſten Abteilung gehörten 43, zur größten 47 Schüler. Vorturnerſtunden wurden nicht erteilt. Für den Turnunterricht waren wöchentlich insgeſammt 9 Stunden angeſetzt. Ihn erteilte Herr Burchard, Lehrer an der ſtädtiſche Knabenſchule. Der Anſtalt ſteht die ſtädtiſche Turnhalle und der dabei liegende Turnplatz zur Verfügung. Dieſelben liegen in der Nähe der Schule, können aber nicht uneingeſchränkt von ihr benutzt werden, weil auch das Gymnaſium in 15 Stunden und die Volksſchule in 14 Stunden wöchentlich daſelbſt turnen. Aus dieſem Grunde mußten ſeitens unſerer Anſtalt die Stunden von 57 Uhr abends und die freien Nachmittage zum Turnen benutzt werden. Wünſchenswert wäre es, wenn für das kgl. Gymnaſium, welches die ſtädtiſche Turnhalle mietweiſe benutzt, eine eigene Turnhalle erbaut würde, damit die Turnſtunden unſerer Anſtalt praktiſcher gelegt werden können.

Die Turnſpiele wurden fleißig betrieben und es beteiligten ſich ſämtliche Schüler an denſelben. In Ermangelung eines größeren Spielplatzes wurden dieſelben auf dem Turnplatze in wöchentlich zwei halben Stunden geübt. Einigemal im Sommer wurden größere Spaziergänge, an die ſich Turnſpiele anreihten, unternommen. Eine Vereinigung von Schülern zur Pflege von Bewegungsſpielen beſteht nicht.

2. Schwimmen: Zum Baden und zur Erlernung des Schwimmens war den Schülern täglich von 5 ½ bis 7 ½2 Uhr nachmittags in einem für ſie reſervierten Teile der an der Fulda ſehr zweck⸗ mäßig eingerichteten ſtädtiſchen Badeanſtalt Gelegenheit gegeben. Die Aufſicht führte ein militäriſch als Schwimmlehrer ausgebildeter Aufſeher. Es erlernten das Schwimmen im verfloſſenen Jahre 7 Schüler. Freiſchwimmer waren 54 Schüler, alſo 35,6% der Geſamtzahl der Schüler.

3. Geſang: Die Geſangübungen leitete in 4 Stunden wöchentlich Herr Reallehrer Scherer. 2 Stunden für Sexta und Quinta: Erklärung und Einübung der Notenſchrift, dynamiſche und rhythmiſche übungen, Einübung von Liedern aus dem Liederkranz von Erk und Graef. 2 Stunden für diejenigen Schüler aus ſämtlichen Klaſſen, welche der Selekta angehörten. Mit dieſer wurden vierſtimmige Lieder und Choräle aus verſchiedenen Sammlungen eingeübt.