f) Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.
1. Musik.
U III. 1 Stunde wöchentlich. Schulung des musikalischen Gehörs und der Stimme. Singen nach Noten in den Durtonarten bis 3 Vorzeichen. Die meist gebräuchlichen Taktarten, Noten- und Pau- senwerte. Weckung des Verständnisses für die formbildenden Elemente der Melodie. Musik- diktate und Erfindungsübungen.— Ein- und zweistimmige Volkslieder.
O III. 1 Stunde wöchentlich. Gehör- und Stimmschulung. Singen in Dur und Moll. Die Modulation im Liede. Heranziehung der Instrumentalmusik durch Besprechen von Stücken in erweiterter Lied- form. Kleine polyphone Kompositionen.— Volkslieder und einfache Kunstlieder.
UII. 1 Stunde wöchentlich. Technische und theoretische Uebungen im Anschluß an die Lieder. Das Baßschlüsselsystem. Volkslieder und einfache Kunstlieder aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Instrumentalstücke aus dem 19. Jahrhundert. Haydn, Mozart, Beethoven. Die Sonate.
O II. 1 Stunde wöchentlich. Die griechische Musik. Altgriechische Gesänge. Einfluß der griechischen Musik auf die altchristlichen Gesänge. Entwicklung des deutschen Kirchenliedes. Das alte Volkslied. Entwicklung der mehrstimmigen Musik.— GCeistliche und weltliche Volkslieder. Kunstlieder. Gesänge der Minne⸗ und Meistersänger.
UI und OlI. 1 Stunde wöchentlich. Geistliche und weltliche Gesänge aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Händel und Bach. Die Fuge. Das Werden der Oper. Glück. Die Musik zur Zeit Friedrichs des Großen. Die Romantik in der Musik. Romantische Lieder. Wagner und sein Musikdrama. Musik der Gegenwart.
Chorgesang.
1 Stunde wöchentlich. Die stimmbegabten Schüler bilden einen Chor von 70 Sängern. Mehr- stimmige Gesänge aus älterer und neuerer Zeit. Berücksichtigung der verschiedenen Stilarten. Hin- weise auf die Komponisten, die Form und Besonderheiten der Gesänge.
Orchester.
Zur besonderen Pflege der Instrumentalmusik wurde ein Schülerorchester in einer Wochen- stunde unterrichtet. An den Uebungen nahmen aus UIIl bis OI 8 Schüler teil.
Wahlfreier Instrumentalunterricht.
5 Stunden wöchentlich. Es beteiligten sich an demselben im Sommer: 38 Schüler, im Winter: 31 Schüler. In 4 Gruppen erhielten 17 bezw. 13 Schüler Violinunterricht, 21 bezw. 18 Schüler wurden im Klavierspiel unterrichtet. Die fortgeschrittenen Schüler sind dem Orchester zugeteilt.
2. Zeichnen.
Einführung in die malerische Perspektive und Beleuchtungserscheinungen. Darstellen von ver- schiedenartigen Kunstformen in verschiedenen Techniken, wie in Bleistift-, Feder-, Kreidezeichnungen. Gedächtniszeichnen, Raumausfüllungsübungen, Kunstschrift, Behandlung von farbigem Klebpapier. Zeich- nen von Landschaften, Bildstöcken, Pflanzen, Blumen.— Gelegentlich eines Wandertages nach der Mil- seburg fertigten die Schüler der Primen landschaftliche Skizzen an. Werke berühmter Meister wurden besprochen. Die 4 oberen Klassen wurden in die Kunstausstellung(Kaisersaal-Schloß) geführt.—


