Jahrgang 
1913
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. 15 IIlI. Sur Geſchichte der Anſtalt.

1. Aus dem Kuratorium der Oberrealſchule ſchied zum 1. Juli der Königl. Landrat Herr Springorum infolge ſeiner Ernennung zum Oberregierungsrat und Vorſitzenden des Oberverſicherungsamtes Wiesbaden aus. Mit dem 10. Oktober war die Amtszeit der gewählten Mitglieder des Kuratoriums abgelaufen. Herr Bierbrauereibeſitzer J. Schultheis hatte ge⸗ beten, von einer Wiederwahl abzuſehen; an ſeine Stelle trat Herr Fabrikdirektor Gu⸗ ſt av Dux. Das Kuratorium bilden ſomit folgende Herren: Oberbürgermeiſter Dr. Antoni als Vorſitzender, Erſter Beigeordneter L. M. Halbleib, Fabrikbeſitzer F. Neitzert, Fabrikdi⸗ rektor G. Dux, Geh. Sanitätsrat Dr. Raabe, Oberrealſchuldirektor Machens. Ein Kgl. Kompatronatskommiſſar iſt zurzeit noch nicht wieder ernannt worden.

2. Das Schuljahr 1912/13 nahm Montag, 15. April 1912, mit der Prüfung der zur Aufnahme Angemeldeten ſeinen Anfang. Tagsdarauf wurden alle Schüler im Zeichenſaal ver⸗ ſammelt, vom Direktor mit den Vorſchriften der Schul⸗ und Hausordnung bekannt gemacht und die neueintretenden auf ſie verpflichtet. Danach begann der Unterricht.

3. Mit dem 1. April 1912 wurde die 10. Oberlehrerſtelle dem für ſie gewählten Herrn Hans Forſtmair, der bis dahin Probekandidat an der Oberrealſchule in Marburg geweſen war, übertragen.

Hans Forſtmair, geb. 7. Oktober 1884 zu Straußdorf(Oberbayern); katholiſch;

Reifezeugnis des Gymnaſiums in Freiſing 14. Juli 1904; ſtudierte am Kgl. Lyceum in Freiſing,

auf den Univerſitäten München, Paris, Straßburg Staatsprüfung in Straßburg im Juli 1909

halbjährige Vertretung an der höheren Bürgerſchule in Rotenburg a. F. Seminarjahr von

Oſtern 1910 bis dahin 1911 an der Oberrealſchule 1 in Caſſel Probejahr von Oſtern 1911 bis dahin 1912 an der Oberrealſchule nebſt Realgymnaſium i. E in Marburg a. d. Lahn.

Damit ſchied der wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Dr. Claßen aus; er übernahm eine Stelle an einem Privatlyzeum in Coblenz. An die Stelle des wiſſenſchaftlichen Hilfslehrers Herrn Hartſtein, der in gleicher Eigenſchaft an das Gymnaſium in Limburg a. d. L. über⸗ ging, trat der Probekandidat Herr Kimpel. Mit Beginn des laufenden Schuljahres über⸗ nahm der beurlaubt geweſene Herr Pfarrer Reich wieder einen Teil des evangeliſchen Reli⸗ gionsunterrichts, und die Herren Hilfspfarrer Hattendorff II und Dr. Hofſommer ſchieden von Fulda und damit aus ihrer Vertretung an unſerer Anſtalt. Herr Pfarrer Hat⸗ tendorff ſah ſich zu Beginn des Schuljahres noch nicht imſtande, den Unterricht in der evangeliſchen Religionslehre wieder zu übernehmen. Zur Deckung des Bedürfniſſes erklärte ſich Herr Guſtav Schmidt, Lehrer an der hieſigen evangeliſchen Volksſchule, bereit, den Reli⸗ gionsunterricht in den unteren Klaſſen zu erteilen. Nach den Juliferien fühlte ſich Herr Pfar⸗ rer Hattendorff dann ſoweit gekräftigt, daß er die zwei Stunden in den oberen Klaſſen erteilte. Leider ſollte die Beſſerung in ſeinem Geſundheitszuſtande nicht von Dauer ſein. In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober verſchied er plötzlich und unerwartet. An ſeinem Lei⸗ chenbegängniſſe am 3. November nahmen Mitglieder des Lehrerkollegiums, die evangeliſchen Schüler und viele katholiſche und jüdiſche Schüler teil. Die Anſtalt wird dem eifrigen und unermüdlich tätigen Lehrer ein dankbares Andenken bewahren. Zur vorübergehenden Ver⸗ tretung des in den Monaten Auguſt und September zu einer achtwöchigen Übung als Reſerve⸗